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Bild des Benutzers Brillenträger88
Verbunden: 19. Februar 2007 - 15:31
Lesebrille, Problem

Guten Tag!

Ich bin Mitte 40 und habe mir kürzlich meine erste reine (keine Gleitsicht) Lesebrille anfertigen lassen. Als ich sie letzten Samstag abholte, hatte ich der OptikerMitarbeiterin bereits meine Bedenken mitgeteilt, habe die Brille aber zu Versuchszwecken nach Hause genommen. Die Augen müssen sich ja eventuell erst an die Brille gewöhnen.

Die Sicht durch das linke Glas würde ich als perfekt bezeichnen wollen. Die Sicht ist ca. bei 30 cm Entfernung am optimalsten.

Die Sicht durch das rechte Glas ist nicht so scharf. Neige ich den Kopf um ca. 5°, so scheint die Sicht besser zu werden. Die beste Entfernung für das rechte Glas beträgt ca. 24 cm. Die mit dem rechten Glas wahrgenommenen Buchstaben wirken um ca. 12 % größer als die mit dem linken Glas wahrgenommenen.

Folgende Beobachtung ist für eine Lesebrille vielleicht nicht wichtig. Sie erscheint mir aber dennoch bemerkenswert
Mit dem linken Glas kann ich auch weiter entfernte Gegenstände noch gut erkennen, während das rechte Glas bei einer Entfernung von ca. 2 Metern doch schon sehr verschwommen wirkt. Bei ca. 75 cm ist die Lesebrille bei beiden Gläsern noch besser als ganz ohne Brille (allerdings ist auch hier das linke Glas deutlich schärfer. Bei ca. zwei Metern ist das linke Glas immer noch besser als ganz ohne Brille, während das rechte Glas sogar schlechter als ganz ohne Brille ist.

Insgesamt machen die Gläser einzeln für sich betrachtet keinen so schlechten Eindruck (das linke scheint mir fürs Lesen wie gesagt perfekt zu sein). Die Problematik scheint bei der gleichzeitigen Benutzung beider Gläser aufzutreten. Die Gläser scheinen nicht miteinander zu harmonieren. Aber das ist nur meine laienhafte Betrachtung.

Die Werte des Optikers
R +0.00 +2.25 107
L -1.25 +2.75 64

Ich hoffe dem einen oder anderen Experten mit meinen detaillierten Beschreibungen ein Hilfe gewesen zu sein. Die cm-Angaben sollten nicht zu präzise betrachtet werden. Wichtiger war mir, den relativen Unterschied beider Gläser herauszuarbeiten.

Ich habe den Verdacht, dass die Gläser noch nicht optimal an meine Augen angepasst sind.

Meine Fragen
Was ist zu tun?
Muss ich die Brille so bezahlen?
Besteht ein Umtausch- oder Nachbesserungsrecht?
Welche Fristen muss ich beachten?

Mit herzlichen Grüßen

Bild des Benutzers Eberhard Luckas
Verbunden: 29. September 2002 - 0:00

Hallo,

das rechte Glas scheint zu stark zu sein, oder das linke für eine Lesebrille zu schwach.

Wer hat die Stärken bestimmt?
Wenn es der Optiker/die Optikerin war, muß ein neues Glas gefertigt werden, und dann muß sie bezahlt werden.
Wenn die Verordnung vom Augenarzt kam, ist die Brille sofort zu zahlen. Nachbessern muß dann der Arzt und das beue Glas bezahlen. Leider ist das nur Theorie, denn die wenigsten Augenärzte sehen solche Situationen ein.

Viele Grüße

Eberhard

Bild des Benutzers Lucccy
Verbunden: 31. Dezember 2002 - 0:00

Hallo,

meine Fragen
Wer hat die Stärken gemessen?
Hast Du vorher irgendeine Brille getragen?
Kannst Du den Glastyp nennen, der geliefert wurde?

Menschlich gesehen Optiker sind in der Regel sehr kulant.
Trage die Brille noch einige Tage und geh dann zum Optiker und schildere dort nochmal Dein Problem. Die Brille würde ich in Absprache mit dem Optiker zahlen, wenn das Sehen mit der Brille gut ist. Ich denke, man wird nochmal die Brille und die Augen prüfen und dann sicher eine Lösung finden.

Rechtlich gesehen steht noch die Frage im Raum, wer die gelieferten Stärken ermittelt hat. Der einfache Fall wäre, wenn dies der Optiker gemacht hat. Dann stammt das Produkt Brille aus einer Hand und er ist nach "normalen" Gesetzen zu Nachbesserung angehalten. Wenn der Augenarzt die Werte ermittelt hat, ist die Rechtslage schwieriger, aber wie oben erwähnt, sind Optiker in der Regel sehr kulant.

Gruß Lucccy

Bild des Benutzers Brillenträger88
Verbunden: 19. Februar 2007 - 15:31

Hallo, Herr Luckas!

Eberhard Luckas schrieb

...Wenn es der Optiker/die Optikerin war, muß ein neues Glas gefertigt werden, und dann muß sie bezahlt werden...

Hier muss ich nochmal nachfragen Wer muss zahlen?

mit herzlichen Grüßen

Bild des Benutzers Brillenträger88
Verbunden: 19. Februar 2007 - 15:31

Hallo Lucccy!

Gemessen hat der Optiker.

Ich trage seit Jahrzehnten eine Brille.

Glasart Nähe CZ CLARLET 1.6 +LOTUTEC Ø60

Ich hoffe, ich habe Deine Fragen zu Deiner Zufriedenheit beantwortet.

Danke für Deine Antwort! )

mit herzlichen Grüßen

Bild des Benutzers Lucccy
Verbunden: 31. Dezember 2002 - 0:00

Hallo,

ich versuche mal, die Nachfrage an Eberhard richtig zu beantworten
Der Optiker bestellt ein neues Glas auf seine Kosten. Du zahlst nach Fertigstellung dann die komplette Brille (Fassung und 2 Gläser, das dritte Glas zahlt der Optiker).

Gruß Lucccy

Bild des Benutzers Gast
Gast (nicht überprüft)

Brillenträger88 schrieb

Die Sicht durch das rechte Glas ist nicht so scharf. Neige ich den Kopf um ca. 5°, so scheint die Sicht besser zu werden. Die beste Entfernung für das rechte Glas beträgt ca. 24 cm.
Hallo Brillenträger88,
Du hast einen nicht geringen Astigmatismus, deshalb ist die richtige Achse wichtig. Wenn Du beim Drehen des Kopfes oder des Glases im Verhältnis zum Kopf schärfer siehst, ist die Achse vielleicht nicht richtig.

Außerdem ist es Dir überlassen, für welche Entfernung die Lesebrille sein soll. Meine Meinung
1) die Optimalentfernung sollte bei den Gläsern möglichst gleich sein, damit die Brille angenehm ist;
2) Leseentfernung von 24 cm ist zu klein. Außerdem je größer die optimale Leseentfernung durch die Brille, desto weiter kann man damit einigermaßen gut gucken. Der Bereich des ziemlich guten Sehens ist dann breiter. Also sollte das rechte Glas zu stark sein.

Bild des Benutzers Eberhard Luckas
Verbunden: 29. September 2002 - 0:00

Lucccy schrieb

Hallo,

ich versuche mal, die Nachfrage an Eberhard richtig zu beantworten
Der Optiker bestellt ein neues Glas auf seine Kosten. Du zahlst nach Fertigstellung dann die komplette Brille (Fassung und 2 Gläser, das dritte Glas zahlt der Optiker).

Gruß Lucccy

Danke Lucccy, die Antwort ist in meinem Sinn.

Viele Grüße

Eberhard

Bild des Benutzers Brillenträger88
Verbunden: 19. Februar 2007 - 15:31

Hallo Leser!

Schon mal schönen Dank für Eure Beiträge!

Ich habe morgen ein Gespräch mit dem Optiker. Mal sehen, was sich dann ergibt.

Ich habe noch einen zweiten Thread zu einer Unklarheit bezüglich der Rechnung erstellt. Dieselbe habe ich aufgrund der bekannten Problematik allerdings noch nicht bezahlt.

mit herzlichen Grüßen

Bild des Benutzers Brillenträger88
Verbunden: 19. Februar 2007 - 15:31

Hallo Leser!

Ich hatte in der Zwischenzeit eine Unterredung mit meinem Optiker. Er weiß nicht, was er an der Brille noch verbessern kann. Es scheint, als würde er die Brille auch zurücknehmen.

Ich habe mir eine Entscheidungsspanne erbeten, in dem ich weitern Rat einhole.

Ich sehe im Augenblick nur zwei Möglichkeiten

A
mir eine weitere Brille anfertigen zu lassen (am besten eine ganz billige, bei der es nur auf die Sehqualität ankommt) und das Ergebnis mit meiner jetzigen zu vergleichen

B
mit der jetzigen zu leben. So schlecht ist sie nicht, wenn auch ich das Gefühl habe, dass mit ihr etwas nicht in Ordnung ist.

Möglichkeit A birgt in sich ein gewisses finanzielles Risiko, welches alledings durch meine Zusatzversicherung (teilweise) abgefangen werden dürfte (alle zwei Jahre 300 Euro).

Habt ihr einen Rat für mich?

Bild des Benutzers Eberhard Luckas
Verbunden: 29. September 2002 - 0:00

Hallo,

ich fürchte, Dein Optiker hat wohl die einzelnen Stärken geprüft, aber das beidäugige Sehen evtl. vernachlässigt. Meine Empfehlung Lasse Deine Augen bei einem Optiker prüfen, de, wie es eigentlich bei allen sein sollte, auch binokular prüft, am besten nach MKH. Nach dem Ergebnis kannst Du immer noch überlegen, wie es weiter gehen soll, hast aber selber mehr Hintergrundwissen.

Viele Grüße

Eberhard

Bild des Benutzers Brillenträger88
Verbunden: 19. Februar 2007 - 15:31

Hallo Leser!

Das Projekt Lesebrille neigt sich nun hoffentlich dem Ende zu. Hier noch einmal eine Gesamtzusammenfassung mit dem neuesten Stand der Dinge und meinen Fragen

Mitte Februar wurden meine Augen bei einem Optiker vermessen. Aufgrund dieser Messung nahm ich meine Lesebrille am 17.2. in Empfang. Beim ersten Aufsetzen hatte ich bereits ein komisches Gefühl, was ich der OptikerMitarbeiterin auch mitteilte. Ich wollte die Brille aber erst einmal testen. Vielleicht gewöhnen sich die Augen ja noch daran. Es war auch meine erste Lesebrille.
Das komische SehGefühl blieb. Einzeln betrachtet schienen die Gläser gar nicht schlecht zu sein, aber das beidseitige Sehen verlief nicht harmonisch. Der Punkt des schärfsten Sehens differierte um ca. 8 cm (grob geschätzt). Die Schrift wirkte mit dem rechten Glas etwas größer, das Bild mit dem linken etwas schärfer. Eine leichte Neigung des rechten Glases erbrachte eine Sehverbesserung (isoliert aufs reche Auge betrachtet). In der Ferne war eine deutlich größere Unschärfe auf dem rechten als auf dem linken Auge wahrnehmbar. PC-Arbeit war schon nicht mehr gut möglich mit dieser Lesebrille.
An dieser Stelle interessieren sicherlich die Werte
R +0.00 +2.25 107
L -1.25 +2.75 64
Nach wenigen Tagen rief ich beim Optiker an und bat um ein Gespräch, welches am 27.2. stattfand. Das Gespräch ergab, dass der Optiker nicht wüsste, was er noch an der Brille verbessern könnte. Ich drückte ihm daraufhin meine Ratlosigkeit aus und bat um Zeit, um für mich abzuklären, was ich nun machen könnte. Ich sagte ihm auch, dass ich im Augenblick noch nicht bereit sei, die Brille zu bezahlen (420 Euro).
In meiner Not entschloss ich mich dazu, eine weitere Brille anfertigen zu lassen. Diese besitze ich nun seit einigen Tagen und bin recht zufrieden mit ihr. Ich war an zwei aufeinander folgenden Tagen bei Optiker2. Meine Augen wurden durch den Computer und drei Mitarbeiter unabhängig voneinander gemessen. Auf der Basis dieser Messwerte wurde die neue Brille quasi mit einem Durchschnittswert auf der Basis aller ermittelten Werte erstellt
R +2.00 -2.25 14
L +2.00 -2.25 156
Bereits beim ersten Aufsetzen war ich angenehm überrascht (trotz meiner inzwischen entwickelten Skepsis). Auch die PC-Arbeit lässt sich mit dieser neuen Brille gut verrichten.
Der große Unterschied zwischen beiden Brillen erhärtet in mir das Gefühl, dass bei der Anfertigung der ersten etwas nicht stimmen kann.
Meine Frage Muss ich die erste Brille bezahlen? Habe ich ein Rückgaberecht?

Bild des Benutzers Lucccy
Verbunden: 31. Dezember 2002 - 0:00

Hallo,

Brillenträger88 schrieb


R +0.00 +2.25 107
L -1.25 +2.75 64

R +2.00 -2.25 14
L +2.00 -2.25 156

zum besseren Vergleich der Stärken rechne ich mal beide in die gleiche Schreibweise.

Werte 1
R +0,00 +2,25 107
L -1,25 +2,75 64

Werte 2
R -0,25 +2,25 104
L -0,25 +2,25 66

Die Werte bestätigen Deine Beobachtung, dass Du mit der ersten Brille unterschiedlich weit entfernt scharf sehen konntest.
Ich würde freundlich zu Optiker 1 gehen und ihn damit konfrontieren, dass ein anderer Optiker Dir eine Brille verkauft hat, mit der Du besser sehen kannst. Er hat auf sein Recht auf Nachbesserung verzichtet und Du bittest Ihn jetzt um eine Lösung, da die Brille recht teuer war und Du damit nicht sehen kannst. Sein Sehtest war anscheinend nicht optimal.
Wenn dieses Gespräch ergebnislos verläuft, würde ich mir weitere Schritte überlegen.

Gruß Lucccy

Bild des Benutzers Brillenträger88
Verbunden: 19. Februar 2007 - 15:31

Hallo Lucccy! Ich bedanke mich ganz herzlich für die Umrechnung der Werte! ) Die dort vorkommende Abweichung von 1.0 Dioptrien finde ich schon recht signifikant.
Am interessantesten ist allerdings, wie ich die von Dir genannten \"weiteren Schritte\".umsetze, falls es soweit kommt.

Bild des Benutzers Brillenträger88
Verbunden: 19. Februar 2007 - 15:31

Hallo Leser!

Ich habe morgen meinen nächsten Termin beim Optiker.

Möglicherweise besteht er auf Zahlung der gesamten 420 Euro. Müßte er nicht wenigstens ohne Mühe den Preis der Fassung (119 Euro) bei Rückgabe der Brille erstatten können?

Bild des Benutzers Nicole1
Verbunden: 11. Juli 2006 - 11:03

Wieso denn?

ER hat doch um eine Dioptrie falsch gemessen, so dass du nicht klargekommen bist mit der Brille.....

Im Zweifelsfall würde ich ihm sagen, dass du einen Anwalt mit der Klärung beauftragst, da du von MEHREREN anderen Optikern andere Werte gemessen bekamst. Und mit der Brille mit den richtigen Werten kannst du auch sehen.
ER war ja nicht in der Lage, seinen Fehler zu erkennen und zu beheben.

lg
Nicole

Bild des Benutzers Lucccy
Verbunden: 31. Dezember 2002 - 0:00

Hallo,

wie Nicole schon gesagt hat stell Dich auf de Standpunkt, dass er für Refraktion und Anfertigung der Brille verantwortlich ist - er hat ganz alleine "den Schwarzen Peter", er kann die Schuld nicht auf jemand anderes (Augenarzt) abwälzen. Und er hat auf sein Recht auf Nachbesserung verzichtet, was Du ihm ja eingeräumt hast. Du siehst mit Deiner neuen Brille mit anderen Werten besser.
Wenn er die Brille nicht zurücknimmt, würde ich darauf hinweisen, dass Du dann zu einem Anwalt gehst.

Gruß Lucccy

Bild des Benutzers Nicole1
Verbunden: 11. Juli 2006 - 11:03

Jepp, so wie Lucccy es schreibt, meinte ich es.
Den Anwalt würde ich nur dann erwähnen, wenn er die Brille nicht komplett kostenlos zurücknehmen will.

Manchmal wirkt die Erwähnung eines Anwaltes und einer Rechtschutzversicherung (auch wenn man sie gar nicht hat) Wunder......
Man muss da nur sehr bestimmt auftreten.

lg
Nicole

Bild des Benutzers Kerstin Harms
Verbunden: 10. April 2002 - 0:00

Ja, wenn man eh weiß, dass man zu Optiker Nr. 1 eh nicht mehr gehen wird (weil er falsch gemessen hat, und dann noch zugab, er wüsste nun auch nicht mehr weiter...), kann man ruhig resolut und bestimmt auftreten. Zumal der Beweis auf der Hand liegt Mit der Brille vom anderen Optiker, die auch andere Werte hat, kann man sehen.

Viele Grüße
Kerstin

Egal was du tust, tu es mit Leidenschaft und Hingabe!