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Bild des Benutzers Katrin
Verbunden: 17. Mai 2004 - 0:00
Gesichtsfeld bei Prismenbrille?

Wie man an der Zahl meiner Beiträge sehr leicht erkennen kann, bin ich recht neu hier.

Deshalb habe ich auch noch recht wenig Ahnung von der ganzen WFS_Geschichte.

Ich selbst (39) habe als Kind nicht sichtbar geschielt und deswegen hat man meine einäugige Schwachsichtigkeit schlichtweg nicht bemerkt. Ich habe also auch (soweit ich mich erinnern kann) NIE räumlich gesehen. Und deshalb fehlt mir das überhaupt nicht. Gut, ich kann nicht Pilot oder Busfahrer werden und bin in Ballspielen miserabel, aber ansonsten lebe ich ohne, daß ich meinen Sehfehler als Behinderung empfinde.

Wenn ich nun in den Beiträgen von Anna lese, daß eine Prismenbrille das Gesichtsfeld so massiv einschränkt, daß sie sich im Straßenverkehr unsicher fühlt, frage ich mich, ob es nicht besser ist, bei meinem Sohn (4) eine (noch hypothetische) WFS besser NICHT zu korrigieren und darauf zu hoffen, daß das Gehirn ein Auge weitgehend "ausblendet"???

Oder habe ich da was falsch verstanden???

Katrin

PS Das einzige Risiko, was ich jetzt für mich sehe, ist, das gesunde Auge zu verlieren. Dann bin ich echt angeschmiert.

Bild des Benutzers KerstinEP
Verbunden: 24. August 2004 - 0:00

Aber Katrin,

Anna kämpft mit 40 Prismen aussen (!), da ist doch klar, dass das Gesichtsfeld seitlich eingeschränkt ist.

Das muß aber bei Deinem Sohn doch gar nicht so sein und in der Regel operiert man uach früher. Ausserdem sind solche Fälle wie Anna wirklich die Spitze des Eisbergs und eher selten. Eine WFS behandelt man eh erst dann, wenn sie Probleme macht und ich glaube, Dein Sohn ist auch noch ein ganz wenig klein. Es wird besser zu messen sein, wenn er etwas größer ist. Aber da übergebe ich an die Fachwelt -)

Gott schenkt Dir das Gesicht. Lächeln musst Du selber!

Bild des Benutzers Anna
Verbunden: 21. März 2003 - 0:00

Hallo Katrin,

wie Kerstin schon schrieb, wird dein Sohn garantiert nicht dauerhaft mit einer so dicken Prismenbrille herumlaufen müssen. Bei so hohen Werten wäre das nur für die Zeit bis zur OP, also vielleicht ein halbes Jahr.

Bis ca. 10, 15 Prismen habe ich die Brille nicht als große Einschränkung empfunden. Das verkleinerte Blickfeld wird außerdem durch ein besseres räumliches Sehen aufgewogen.

Allerdings sollte man bei Prismenbrillen darauf achten, dass sie nicht zu klein sind, auch wenn dadurch die Gläser dünner werden.
Während man bei einer normalen Brille trotzdem noch mitkriegt, was sich außerhalb der Gläser abspielt, ist dieser Bereich bei Prismen praktisch "verloren", weil man ihn in einem ganz anderen Winkel sieht und evt. auch doppelt. Ich bin mit einer vorigen Prismenbrille des öfteren gestolpert, weil ich nach unten hin zu weit unter der Brille durchgucken konnte.

Was den Straßenverkehr angeht, so muss ich dir insofern Recht geben, als ich ein Kind mit einer dicken Prismenbrille tatsächlich nicht mehr mit dem Fahrrad in den Verkehr lassen würde, weil Kinder einfach weniger aufpassen und viele Situationen noch nicht
einschätzen können.

Davon abgesehen sind so hohe Werte tatsächlich selten. Bevor du noch keine Messergebnisse hast, würde ich mich nicht unnötig beunruhigen.

Viele Grüße
Anna

Bild des Benutzers Kerstin Harms
Verbunden: 10. April 2002 - 0:00

Hallo Katrin,

ich habe selber 7 Prismen (ist ja nicht ganz wenig, aber auch nicht extrem viel) und erlebe durch meine Brille eine absolute Steigerung der Lebensqualität.

Die Frage bei Deinem Sohn ist ja, ob er überhaupt Auffälligkeiten zeigt, die auf eine korrektionsbedürftige Winkelfehlsichtigkeit hinweisen. Dann könntest Du ihn ja bei einem auf MKH spezialisierten Optiker vorstellen und messen lassen. Dann wüsstest Du zumindest die Werte und kannst entscheiden, welchen Weg Du beschreiten möchtest.

Es gibt Optiker, die kleine Kinder sehr gut messen können. Außerdem wäre es wichtig, bei Auffälligkeiten vor Schulbeginn mit prismatischer Korrektur zu beginnen, damit er von Anfang an keine Probleme beim Lesen, Schreiben und Erfassen des Zahlenraumes hat. Viele Kinder fallen durch motorische Ungeschicktheit (Balancieren, Ballspielen) auf, andere haben häufig Kopfschmerzen bis zur Kindermigräne, für die man keine organischen Ursachen finden kann. Die Schmerzen kommen wahrscheinlich von der Anstrengung des Kompensierens. Viele halten auch den Kopf leicht schräg geneigt, wenn sie Bücher ansehen oder fernsehen. Unter "Artikel" findest Du hier im Forum viel Lesenswertes zur WF bei Kindern.

Viele Grüße
Kerstin

Egal was du tust, tu es mit Leidenschaft und Hingabe!

Bild des Benutzers Paul-Gerhard Mosch
Verbunden: 26. Juli 2002 - 0:00

Hallo, Katrin

Kinder können häufig schon im Alter von 4-5 Jahren von entsprechend spezialisierten Kollegen auf WF überprüft werden. Allerdings sollte eigentlich schon sehr früh, 1/2 bis 1 Jahr alt auf Schwachsichtigkeit hin kontrolliert werden, da Dein Erbe sich wiederspiegeln könnte. Dann wäre beim Alter von vier Jahren unbedingte Priorität für einen umfangreichen Augen-Check-Up gegeben.

Einäugige Amblyopie wird bis auf wenige Bereiche, oft gut kompensiert, was aber nicht heißt, dass man hierbei nicht auf wichtige Sehbereiche verzichtet. Gerade bei heutigen Berufs- und Freizeitsanforderungen an SEHEN, kann das Manko eines Auges auch mal wirklich im wahrsten Sinn des Wortes "ins gute Auge gehen". Die Folge wäre dann zumindest eine sehr krasse Sehbehinderung.
Es sollte wirklich alles unternommen werden, um Amblyopie zu verhindern!

Viele Grüße:

Paul-Gerhard Mosch (PGM)

Bild des Benutzers Katrin
Verbunden: 17. Mai 2004 - 0:00

Dankeschön.
Meine Frage ist nur, ob sich ein solcher Sehfehler zwischen dem dritten und vierten Geburtstag noch "entwickeln" kann????
Wir sind nämlich jährlich beim AA. Und mit drei Jahren hat er den LANG-Test noch geschafft und auf beiden Augen altersgerecht gesehen. Er hat beim Test auch gut mitgemacht.
Jetzt hat allerdings der Kindergarten Probleme beim räumlichen Sehen gemutmaßt.

Liebe Grüße
Katrin

Bild des Benutzers Anna
Verbunden: 21. März 2003 - 0:00

Hallo Katrin,

räumliche Sehteste allein sagen nicht viel über eine WF aus. Wenn man sich ganz stark darauf konzentriert, schafft man es u.U. auch mit einer hohen WF, alle Zeichen zu erkennen.
Wenn die Augenmuskeln eine Abweichung aber den ganzen Tag stark kompensieren müssen, kann es zu anstrengend für sie sein und das räumliche Sehen lässt nach.

Ähnlich ist es mit der Sehschärfe wenn die WF einigermaßen kompensiert wird, entsteht auch keine Schwachsichtigkeit. Trotzdem kann es sein, dass die Augen bei Ermüdung, Krankheit, Stress die Kompensation nicht mehr schaffen und es dann zu Beschwerden kommt.

Ohne unnötig polemisieren zu wollen, würde ich auf WF-Sehteste bei AAs allein wenig geben, sondern nach MKH messen lassen. Bei mir haben die AA nach ihren Testen (Covertest, Maddox, Schober) dreimal eine Prismenbrille mit relativ niedrigen Werten für absolut ausreichend befunden, während die Gläser für mich unverträglich waren. Eine Messung nach MKH ergab hinterher jedesmal um bis zu 11 (!) Prismen höhere Werte, die ich dann auch gut vertragen habe.

Was die Entwicklung einer WF angeht, so höre ich meistens, die sei angeboren. Das überzeugt mich aber auch nicht so ganz, denn wie will man beweisen, dass die Augenmuskeln nicht erst im Wachstum ungleich werden? Anscheinend verändern sich Prismenwerte ja auch mit dem Wachstum.

Aber bisher spekulieren wir eigentlich nur, ob dein Sohn eine WF hat. Vielleicht hat es auch ganz andere Gründe, wenn er motorisch etwas ungeschickt ist?

Grüße,
Anna

Bild des Benutzers Paul-Gerhard Mosch
Verbunden: 26. Juli 2002 - 0:00

Hallo, Anna

Du weißt, dass Prismenwerte erst aufgebröselt werden müssen, keiner kann nachweisen, hier komme etwas dazu.

Obwohl ich sicher zu den Kollegen gehöre, die eher progressive an eine WF herangehen, gelingt es mir kaum einmal, den gesamten Fehler mit einer Messung aufzudecken.

Der Normalzustand ist es, wenn von einer "angeborenen" WF die Messwerte scheibchenweise in Korrektion umgesetzt werden können.

WF wird desto mehr stören, desto mehr Energie auf SEHEN abgeleitet wird. Häufig sind grasse Auswirkungewn erst Ende des 2-ten und dann im 3-ten Schuljahr zu beobachten.

Leider ist dann schon vieles schiefgelaufen. Ideal wäre es, wenn man Kinder im Kindergartenalter zur Korrektion bekommt. Dr. Wulff hätte am liebsten schon vor der Geburt das Sehen geprüft. Ideal werden bei Ihm grosse Binokularprobleme operative schon im ersten Lebensjahr angegangen.
Von wegen, das wächst sich wahrscheinlich aus.

Viele Grüße:

Paul-Gerhard Mosch (PGM)

Bild des Benutzers Anna
Verbunden: 21. März 2003 - 0:00

Hallo Paul-Gerhard,

ZitatDu weißt, dass Prismenwerte erst aufgebröselt werden müssen, keiner kann nachweisen, hier komme etwas dazu.


Dann habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Die Messung nach MKH, die die höheren Werte erbrachte, erfolgte jedesmal kurz nach der AA-Messung. Die größere Abweichung war also schon messbar.
Damit wollte ich nur sagen, dass es m.E. durchaus sein kann, dass die AA bei Katrins Sohn eine WF übersehen haben.

ZitatWF wird desto mehr stören, desto mehr Energie auf SEHEN abgeleitet wird. Häufig sind grasse Auswirkungewn erst Ende des 2-ten und dann im 3-ten Schuljahr zu beobachten.


Kann man das so verallgemeinern? Aus eigener Erfahrung kann ich das nicht bestätigen. Ich habe als Kind immer schon sehr viel gelesen, oft dicke Bücher in einem Rutsch, ganze Nächte durch, ohne dass die WF sich bemerkbar gemacht hätte. Vielleicht war das im Gegenteil eher so eine Art Funktionstraining? Oder war die WF womöglich damals noch gar nicht so ausgeprägt?

ZitatVon wegen, das wächst sich wahrscheinlich aus.


Das habe ich nicht gemeint. Im Gegenteil war die Frage, ob eine WF sich, z.B. bei Katrins Sohn, nicht auch nach der Geburt noch entwickeln kann. Hier wurde schon mehrfach berichtet, dass die Prismenwerte bei Kindern sich stärker ändern können als bei Erwachsenen und zum Teil auch sinken. Wie will man da mit Sicherheit sagen können, es sei alles _immer_ angeboren?

Viele Grüße,
Anna

Bild des Benutzers Linus
Verbunden: 20. Juni 2004 - 0:00

Lieb Katrin,
glücklicherweise ist der Mensch so gestrickt, daß er viel kompensieren kann, und sicher kannst Du mit Deiner Amblyopie sehr gut leben! Wie Du selbst schreibst, gibt es dann ein Problem, wenn Du Dein gutes Auge verlierst. Davon gehen wir jetzt aber nicht aus!
Offensichtlich kommst Du Deiner Elternpflicht sorgfältig nach, indem Du Deinen Sohn regelmäßig dem Augenarzt vorstellst. Ein beeinträchtigender Seh- und/oder Schielfehler ist bisher also ausgeschlossen.
Statistisch weiß man, daß sich Sehfehler im Laufe des Wachstums verändern, so daß es sinnvoll ist Kinder immer wieder mal dem Augenarzt/der Orthoptistin vorzustellen.
Nun verhält es sich so die meisten Menschen haben einen minimalen Sehfehler und/oder eine Abweichung der Augenachsen vom Parallelstand (Schielen oder auch "Winkelfehlsichtigkeit" genannt), das heißt jedoch nicht, daß alle Menschen deshalb eine Korrektur (z.B. Brille) brauchen. Solange das Sehvermögen beidseits gut ist, und keine Beschwerden bestehen, die auf An- bzw. Überanstrengung (Sehstörungen, Kopfschmerzen, Augentränen, Lese-, Schreibdefizite, uvm.) zurückzuführen sind, und bestehende Seh- bzw. Schielfehler relativ gering sind, ist eine Korrektur nicht zwingend nötig.
Allerdings muß bei Beschwerden sorgfäligt untersucht werden, und organische Störungen müssen ausgeschlossen sein!
Gruß L.


Bild des Benutzers Paul-Gerhard Mosch
Verbunden: 26. Juli 2002 - 0:00

Hallo, Anna

auch in Deinem Fall gehe ich von einer angeborenen Störung aus. Diese hast Du aber über die Schulzeit noch sehr gut konserviert. Das ist auch nicht so selten!

Geringere Folgewerte (Schwankungen) treten nur in sehr komplexen Fällen auf, hier gibt es leider häufiger auch Verknüpfungen mit weiteren Faktoren, z.B. Störungen durch die Schilddrüsenfunktion.


Hallo, Katrin

ideales bi-zentrales Sehen ist eine Funktion ortsrichtiger Bildlage im Augenpaar. Diese zu überprüfen und bei Bedarf zu korrigieren ist Augenoptik, ohne wenn und aber. Es ist für mich immer wieder erstaunlich, welche Leistungen freigesetzt werden können, wenn beidäugiges Sehen sauber justiert arbeiten kann.

Hier "erkannte" frühkindliche Fehler links liegen zu lassen und nur zu beobachten, lässt mich immer wieder fragen, aus welchem Motiv heraus wird eigentlich so gedacht und dann auch gehandelt. Mögliche Spätfolgen jedenfalls sind zu genüge bekannt.

Viele Grüße:

Paul-Gerhard Mosch (PGM)

Bild des Benutzers Katrin
Verbunden: 17. Mai 2004 - 0:00

Danke Paul-Gerhard,

kann ich Deine Antwort jetzt dahin gehend deuten, daß ich in jedem Fall den Ergebnissen des Kinderarztes und des Augenarztes mißtrauen soll? Und gleich zum AO gehen?

Es ist für mich (je länger ich mich mit dem Gedanken befasse) schon faszinierend, daß die menschlichen Gehirne soooo unterschiedlich arbeiten. Bei manchen (wie bei mir) treten nie Probleme auf und das Hirn schaltet einfach ein Auge ab und andere Menschen schielen massiv und trotzdem bleibt das Sehvermögen auf beiden Augen erhalten. Schade nur, daß man die Uhr nicht mal eben 35 Jahre zurückdrehen kann.

Liebe Grüße und vielen Dank
Katrin

Bild des Benutzers Paul-Gerhard Mosch
Verbunden: 26. Juli 2002 - 0:00

Hallo, Katrin

Augenoptik, Optometrie ist ein spezielles Wissensgebiet, welches nur der Augenoptiker berufsmäßig vollumfänglich erlernt. Es geht immer um Bildpositionierung in den Augen.

Dabei unterscheiden wir ortsfalsche und ortsrichtige Bildlage sowohl im Einzelauge, als auch im Augenpaar. Nur bei ortsrichtiger Bildlagepositionierung in beiden Augen kann SEHEN mit geringstem Energieaufwand sehr effektiv betrieben werden.

Die Medizin kann heute schon aufzeigen, z.B. durch spezielle EEGs', welche Auswirkungen dies bringt. Sie muss dabei aber über ihren eigenen Schatten springen und festverankerte althergebrachte Schieltheorien teilweise neu schreiben. Dabei wäre sie auf die gemachten Erfahrungen in der Augenoptik angewiesen.

Gerade der letzte Kongress der IVBV in Lahnstein anfang des Monats zeigte hierzu großartige neue Möglichkeiten auch von medizinischer Seite auf. Z.Zt. wird der Konsenz noch zu selten gesucht, leider.

"Misstrauen" sollte man sicher auch den Augenoptikern; "misstrauen" sollte man nur nicht seinen Augen. Diese weisen bei entsprechenden Messkriterien (MKH) den eindeutigen Weg zum besseren Sehen. Und sollte im Einzelfall in der Augenoptik / Optometrie ein Erfolg ausbleiben, bleibt die medizinische Kunst gefragt! Dieser bedienen wir uns durchaus auch im Vorfeld von unseren Messungen um etwaige medizinische Problemfelder ausgeschaltet oder eingegrenzt zu wissen.

Viele Grüße:

Paul-Gerhard Mosch (PGM)

Bild des Benutzers Katrin
Verbunden: 17. Mai 2004 - 0:00

Heute waren wir zur Vorsorgeuntersuchung beim Kinderarzt.
Er hat den LANG-Test prima geschafft und nur auf einem Auge bei der untersten Zeile gemeint, er sähe nix mehr.

Jetzt bin ich erst mal beruhigt!!

Danke Euch allen
Katrin