Forum

2 Beiträge / 0 neu
Letzter Beitrag
Bild des Benutzers Gast
Gast (nicht überprüft)
Mikroskop: (ähnlich kurzsichtiger Taucher) und anderes

Hallo,

ist vielleicht so was ähnliches wie die Sache mit dem Taucher Bei der Arbeit an gemeinsam genutzten Mikroskopen ist mir folgendes aufgefallen Benutzt ein Brillenträger (kein "Fensterglas", sondern starke Brille) ohne Brille das Mikroskop und stellt es ein, so sehe auch ich danach scharf, ohne was verstellen zu müssen. Nun könnte man meinen, der Brillenträger stellt das Mikroskop so ein, daß es halt am wenigsten unscharf ist. Aber er scheint doch einiges zu sehen, wie die anschließende Diskussion über kleinste Feinheiten beweist. Wie kommt es? Ist das vielleicht so was ähnliches wie die Sache mit dem Taucher?
Noch eine Frage Bei einem binokularen Mikroskop stellt man den Okularabstand für sich passend ein, weiß ich und mache ich. Trotzdem sehe ich immer schwarze halbmondförmige Schatten, oder gar nur mit einem Auge. Ich kann das drehen und wenden wie ich will. Erst wenn ich etwas Abstand zu den Okularen nehme klappt es. Warum?

Danke für Antworten,
der anonyme Angsthase
(der noch immer nicht den Weg zum Optiker gefunden hat)

Bild des Benutzers Carsten
Verbunden: 31. März 2001 - 0:00

Hallo Angsthase!
Die Geschichte mit dem Mirkoskop ist leider einfacher zu erklären, als die mit dem Taucher.....ich bin immer nóch nicht ganz schlau.
Es ist zu unterstellen, daß die unkorrigierten, fehlsichtigen KollegInnen, die das Gerät vor die benutzen schwach bis mittlemäßig kurzsichtig sind. Dann nämlich kannst Du, wenn Du nicht zu alt bist, und selbst nicht zu den Kurzsichtigen gehörst, ein genauso scharfes Bild im Mikroskop sehen, wie der Vorbenutzer.
Warum? Bei idealer Einstellung wird sich jeder (der Rechtsichtig ist) die Bildebene so justieren, daß er das Bild im Unendlichen sieht, das strengt am wenigsten an. Vergleiche Blick in die Ferne - Blick auf den Zeigerfinger, 20 cm vor dem Auge > Naheinstellung (Akkomodation), mehr oder weniger anstrengend, auch altersabhängig.
Der Kurzsichtige nun stellt sich das Bild auch in der Entfernung ein, wo er es relaxed, also ohne Akkomodation scharf erkennen kann. Das wäre bei einem mit -4,00 dpt in ca. 25 cm vor dem Auge. Wenn Du nun nach ihm ans Mikroskop gehst, kannst Du dieses Bild auch scharf erkennen, aber Deine Augen müssen sich auf die 25cm nah-einstellen - so ist das.
Meine Vermutung zum Schattenproblem Man spricht in diesem Zusammenhang von der sog. Austrittspupille. Diese ist das Bild der Eintrittspupille, (alles klar!?!?!) also des Objektives. Du kannst das Bild sichtbar machen, wenn Du bei einem hell beleuchteten Mikroskopbild und Deiner optimalen Scharfeinstellung ein weißes Blatt Papier auf das Okular legst, und dann das Papier langsam vom Okular entfernst. An der Stelle, wo ein scharf umschriebener Kreis in der größtmöglich Ausdehnung auf Deiner kleinen Hilfsleinwand abgebildet wird, liegt das Bild der Eintrittspupille, also die Austrittspupille. An dieser Stelle wird also die diese komische Eintrittspupille scharf und ohne Abschattung abgebildet. Und nun wäre es optimal, wenn bei Benutzung des Gerätes diese Bild genau mit DEINER Pupille zusammenfällt. Leider etwas umständlich erklärt. Achte also darauf, daß die Gummimuscheln am Okular nicht umgklappt sind, wenn vorher ein Brillenträger dran war. Probleme gibt es z. B. dann, wenn jemand sehr tiefe Augenhöhlen, oder weit hervorstehende Augen hat, denn die Geräte sind eben meist für die Durchschnittsanatomie berechnet.
Diese Antwort schrieb ich nach bestem Wissen und Gewissen, wer derzeit näher an der Instrumentenfront arbeitet, möge mich bitte berichtigen und für eventuelle Fehler möchte ich im voraus um Gnade bitten.

Weiterhin eine tolle Vergrößerung

wünscht

------------------
Carsten Einsiedel
...viel zum Sehen