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Eva
Verbunden: 17. Dezember 2004 - 0:00
Erste Brille

Hallo liebe Brillenträgerinnen und Brillenträger

Heute Nachmittag habe ich (Sekretärin, 20 Jahre) meine erste Brille gekriegt! Nun gehöre ich wohl oder übel auch dem Klub der bebrillten Menschen an. Ich komme mit der Brille nicht klar - obwohl ich entschieden viel besser sehe - und habe auch Hemmungen mich damit in der Öffentlichkeit zu zeigen, weshalb ich mich an euch wende, um von euch Ratschläge zu kriegen.

Dies ist meine Geschichte

Eine meiner Freundinnen musste vor 2 Wochen ihre reparierte Sonnenbrille im Augenoptikergeschäft abholen. Dabei begleitete ich sie. Der Zufall wollte es, dass gerade an diesem Tag das Optikergeschäft gratis Sehtests anbot. Meine Freundin wollte diesen Test aus Neugierde machen und drängte mich auch dazu. Nach einigem Zögern machte ich auch mit. Bei meiner Freundin war alles in Ordnung. Bei mir hingegen nicht. Der Augenoptiker diagnostizierte eine mittelstarke Kurzsichtigkeit (links -3,0; rechts -2,5) und zeigte sich äusserst erstaunt, dass ich mit dieser recht starken Fehlsichtigkeit bisher ohne Brille ausgekommen war. Er erklärte mir, dass ich sicher ständig eine Brille tragen müsse und dringend zum Augenarzt sollte. Als ich diese Diagnose hörte, fiel ich fast vom Stuhl, da ich sehr erschrak ob dieser Diagnose. Ich hatte wohl bemerkt, nicht sehr gut zu sehen. Trotzdem zögerte ich den Gang zum Augenarzt etwa seit zwei Jahren stänig hinaus. Nie hätte ich gedacht, halb blind zu sein. Mir wurde sehr mulmig dabei, mich mit dem Gedanken des ständigen Brillentragens abzufinden. Ich wollte bisher keine Brille. Das war für mich ein Horrorszenario (Aussehen, Konfrontation mit der Öffentlichkeit, Gewöhnung an die Brille. Der Augenoptiker vermittelte mir einen Termin bei einem befreundeten Augenarzt. Nun musste ich wohl hingehen.

Der Augenarzt stellte eine halbe Woche später die gleiche Diagnose (mittelstarke Kurzsichtigkeit links -3,0; rechts -2,5) und zeigte sich gleich erstaunt wie der Augenoptiker, dass ich es so lange ohne Sehhilfte ausgehalten hätte. Er erklärte mir, dass ich die Brille immer tragen müsse. Ohne würde ich mit der Zeit gar nicht mehr auskommen. Diese zweite Diagnose war nicht mehr so fatal wie die erste, hatte ich mich doch schon mit dem Brillentragen halbwegs abgefunden.

Daraufhin habe ich mir beim Augenoptiker nach stundenlangem Ausprobieren der verschiedenen Fassungen eine Brille entsprechend dem Rezept des Augenarztes anfertigen lassen. Heute um 17.00 Uhr habe ich sie nun abgeholt und bin jetzt eine Brillenträgerin. Beim Verlassen des Augenoptikergeschäfts - mit Brille auf - war ich überwältigt davon, wie gestochen scharf und farbig ich alles sehen konnte. Ich schaute die Welt durch meine neue Brille an, als ich in der Ferne eine Kollegin entdeckte. Mir fuhr der Schreck in die Glieder. Ich wollte nicht, dass mich die Kollegin mit meiner Brille sah und zog sie deshalb aus und legte sie in die Handtasche. Zum Glück hatte meine Kollegin davon nichts bemerkt. Nach einem kurzen Gespräch begab ich mich zum Bahnhof, wo ich dann die Brille aufsetzte, um die Abfahrtszeiten der Züge lesen zu können. Mit Brille war das formidabel. Ich schaute immer überall herum, um sicher zu sein, dass mich keine meiner Bekannten und Freunde sah. Beim Hinabsteigen der Treppe hatte ich grosse Schwierigkeiten, beinahe wäre ich gestürzt. Auch war mit der Brille alles so scharf und klar, dass es mir beinahe schwindlig wurde, weshalb ich die Brille wieder abnahm.

Heute Abend habe ich mich im Diskussionforum umgesehen, ob es auch Leute gibt, die mit ihrer ersten Brille die gleichen Probleme hatten. Leider fand ich sehr wenig Beiträge (vor allem zur relativ starken Kurzsichtigkeit) dazu, weshalb ich gerne die Diskussion eröffnen möchte und folgende Fragen stelle

1) Hat jemand von euch auch so lange mit der ersten Brille zugewartet wie ich (Geschichten und Erfahrungen)?

2) Gibt es unter euch auch kurzsichtige Leute, deren erste Brille eine so starke Minuskorrektur aufwies (Geschichten und Erfahrungen)? Wie habt ihr euch an die starke erste Brille gewöhnt (Erfahrungen und Tipps)? Werden sich die Schwierigkeiten (Treppensteigen, leichter Schwindel) mit der ersten Brille mit der Zeit legen (Erfahrungen)? Wie lange dauert das?

3) Obwohl ich schlecht sehe, tue ich mich schwer mit dem Gedanken, die Brille in der Öffentlichkeit aufzutreten. Wie habt ihr dieses Problem überwunden (Erfahrungen und Tipps)?

Ich danke euch herzlich für Tipps. Hoffentlich könnt ihr meine Verzweiflung beseitigen helfen mit euren Ratschlägen.

Herzlich grüsst

Eva

Bild des Benutzers KerstinEP
Verbunden: 24. August 2004 - 0:00

Also was ich daraus lese, ist ja schon, dass Du eigentlich gut mit der Brille selber klar kommst, aber mit Dir selber etwas haderst.

Das ist ja auch verständlich, das istja eine massive Umgewöhnung.
ob stark oder nicht, ich glaube, das Gefühl kennen wir alle, dass das anfangs komisch ist und man immer etwas mulmig bei dem Gesabber der anderen ist.

Ich ahbe es bei meiner ersten Brille so gemacht, dass ich damit in die Nachbarstadt gefahren bin, wo mich sicher niemand kannte.
Ich habe mir dort einen wunderschönen Nachmittag gemacht. Shoppen, essen gehen etc. und fand das alles nur noch spannend.
Ab und an mußt Du durch ein Kaufhaus gehen und mal an den SPiegeln vorbei schlurfen.

Als nächstes trag sie bitte, bitte im Auto [falls Du fährst]! Da sollte dir wirklcih alles egal sein!
Da sieht dich sowieso bewußt niemand.

Wenn Du Dir einen schönen Tag mit Brille gemacht hast, wird der zweite Schritt, sie einfach aufzulassen, nicht mehr so schwer sein, denn Du wirst sie nicht mehr missen wollen.

Was die Treppen angeht, vermute ich eine leicht zylindrische Wirkung. Auch dieses komische Gefühl ist bei mir meist schon einige Stunden nach dem Tragen verschwunden. Das kommt dann auch nicht wieder, es sei denn, die Stärken ändern sich.
Ein schöner Stadtbummel wird Dich auch das vergessen lassen

Also, versuche mal, Deine Angst in Genuss umzuwandeln

Das geht!

Kerstin

Gott schenkt Dir das Gesicht. Lächeln musst Du selber!

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Eva
Verbunden: 17. Dezember 2004 - 0:00

Kerstin, ich danke dir für deinen Tipp. Ich glaube, dass ich heute nach Luzern fahre und einen Stadtbummel mit aufgesetzter Brille mache. Ich hoffe, mich so ohne Panik, von Bekannten erkannt zu werden, an meine neue Brille gewöhnen kann.

Hast du auch so lange mit der ersten Brille zugewartet und auch eine recht starke erste Korrektur (Minuskorrektur) gehabt? Wie hast du deine Fehlsichtigkeit bemerkt?

Ich danke dir für deine Antwort.

Ich bin enttäuscht, dass ich bisher nur so wenige Antworten bekommen habe. Ich hoffe auf mehr. Schreibt mir bitte!

Eure Eva

Bild des Benutzers sabsi
Verbunden: 8. September 2004 - 0:00

bist du in dem fall aus der schweiz? dann bin ich nicht die einzige schweizerin hier... -))
geh doch mal unter http://www.med1.de/Forum/Augen/
und dann auf den 17.12.04 und dann auf den betreff, ICH BRAUCHE DRINGEND EINE BRILLE, der hat so ziemlich das gleiche problem wie du ist nur noch ein stück weniger weit als du
lg sabi

Bild des Benutzers Tao
Tao
Verbunden: 13. Juli 2004 - 0:00

..ich kann nur indirekt darüber berichten, an den reaktionen meiner patienten.

warum die probleme am anfang ? das fragen mich besonders solche, wo sich die werte sehr geändert haben...
ich vergleiche das dann immer mit einem computer, der jahrelang mit nur 20% leistung gelaufen ist, und dann auf 100% hochgefahren wird .. bloß daß unser gehirn sowas nicht in sekundenbruchteilen kann, sondern das sehen wieder "neu" lernen muss.
dann kommt noch dazu, daß arbeiten in der nähe ohne anstrengungen für deine augenmuskulatur waren, da du praktisch permanent mit einer lupe +3,0 in deinem auge lebst. und nein, daß ist NICHT gut
also du kannst es auch vergleichen mit einem bein, dem man den gips abnimmt da muss sich erst der ganze muskelapparat erst wieder aufbauen.

noch eine sache passiert bei vielen, die so hohe werte neu bekommen nach ca. 2 wochen (bei ständigem tragen) hat sich das gehirn wieder an diese 100% leistung gewöhnt.. und wenn man DANN die brille abnimmt, realisiert man erst, wie schlecht man wirklich ohne brille sieht..und es kommt einem schlechter vor, als noch vor 2 wochen.
warum ? weil erst jetzt das ganze ausmaß der fehlsichtigkeit voll erfasst werden kann.

-3,0 dpt .. mittelstarke kurzsichtigkeit... das ist eine geblümte beschreibung, da du wohl ohne brille weniger als 20% deiner umwelt in der ferne scharf sehen kannst.
und wer würde zB. schon freiwillig mit einem IQ von 20 rumlaufen ?
für viele ist es schwer, das zu akzeptieren, sie fühlen sich wie "behindert", "zweitklassig", "geschädigt" ... und oft auch hässlich und entstellt mit der brille. tatsache ist jedoch, daß nicht andere einen mit brille zu akzeptieren haben, sondern man sich selbst.
so ist man also vor die schwere aufgabe gestellt, sich selbst irgendwie an dieses "ding" im gesicht zu gewöhnen ( von mögen mal ganz zu schweigen )... und da ist sicher. und da ist kerstin´s idee sicher toll.


Bild des Benutzers Ralf
Verbunden: 28. September 2002 - 0:00

Hallo Eva,

Zitat "Hat jemand von euch auch so lange mit der ersten Brille zugewartet wie ich (Geschichten und Erfahrungen)?"

ich will jetzt nicht wieder die alteingesessenen Leser mit meiner Geschichte behelligen, kann dir aber sagen, dass bei mir mit 13 eine Kurzsichtigkeit von je -2 dpt. festgestellt wurde. Damals habe ich schon ca. 2 Jahre gewartet, bis ich endlich von meiner Mutter zum Augenarzt geschleppt wurde. Meine Brille trug ich dann vielleicht 2x in der Schule, steckte sie dann ins Etui und das in den Ranzen, eines Tages waren dann die Gläser kaputt, und ich meinte zu denen, die nach meiner Brille fragten, dass meine Augen wieder besser geworden seien.

Mit 19 habe ich dann, wegen des Führerscheins, Kontaktlinsen und meine zweite Brille bekommen (bei ca. -4,5 dpt.).

Ich trug 12 Jahre Linsen und konnte mir nie vorstellen, Brillenträger zu werden. Aber man wird älter und abgeklärter. Irgendwann erkannt man, dass gutes Sehen und Aussehen sich nicht widersprechen.

Wegen einer KL-Unverträglichkeit wurde ich dann gezwungenen, exklusiv Brille zu tragen. Trotzdem dauerte es noch etwas mehr als ein Jahr, bis ich mich auch in meinem privaten Umfeld mit Brille "outete". Das hing auch mit der erfolgten prismatischen Korrektion zusammen. Heute trage ich Brille, als sei sie schon immer da gewesen. Auch wenn einige Verklemmte noch heute meinen, dass Brillen entstellen, zudem wenn sie recht dick sind, habe ich nur das Gegenteil erlebt. Wegen meiner Brille hat mir bisher keiner gesagt oder auch anmerken lassen, dass ich deshalb weniger attraktiv bin. Am erstaunlichsten die Reaktion meiner Mutter, die nicht merkte, dass meine neue Brille nasal um einen Zentimeter dick ist. Hätte ich mal mit 13 auf die Leute hören sollen, die sagten, ich habe ein Brillengesicht! Aber ich hatte einfach Angst, eine Brille zu tragen. Vor 20 Jahren war dies vielleicht auch noch gesellschaftlich begründet. Heute gelten Brillen als modisches Statement, auch bei höheren Werten, die du, Eva, nicht hast.

Und trotzdem bin ich derzeit, Ironie des Schicksals, in einer ähnlichen Lage so wie vor 20 Jahren Brillenträger komisch angeschaut werden, so geht es heute noch Leuten, die Hörgeräte tragen müssen. Unverhofft wurde bei mir eine leichte bis mittelgradige Schwerhörigkeit entdeckt und ich kann diese nur mit Hörgeräten ausgleichen. Gott sei Dank ist es anders als mit Brille, die ich unbedingt brauche, so, dass ich die Wahl habe weniger hören oder die Geräte ins Ohr tun.

Derzeit bin ich dabei, Kerstins Strategie in Sachen Brille darauf zu übertragen. Auf der Arbeit trage ich immerhin meine Hörgeräte schon, ebenso beim Einkaufen, in der Stadt etc. Aber im Familienkreis lasse ich sie weg und sobald ich jemanden Bekanntes aus dem privaten Umfeld sehe, ziehe ich sie schnell aus. Aber ich arbeite daran. Mit der Familie wird es sicher noch dauern, aber wenn ich demnächst jemanden auf der Straße treffe, will ich zu meinen neuen Hilfsmitteln stehen...

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Grüße

Ralf

Bild des Benutzers Swenja
Verbunden: 11. Dezember 2004 - 0:00

Neulich meinte ein Mitstudent so zu mir, dass er voll auf bebrillte Frauen stehe. Er meinte, das sei doch überhaupt nicht schlimm, wenn frau Brille tragen würde. Im Gegenteil, er findet das ein richtig schönes modisches Accessiore Wink

Irgendwie hab ich darüber noch nie nachgedacht. Für mich war meine Brille bis dato auch immer irgendwie mein "Feind". Ohne Brille sehe ich aber leider nichts (-4.5dpt, Türrahmen olè!), also muss ich sie tragen.
Bei meinen Kontaktlinsen hat man bisher noch keine anpassen können, mit denen ich mehr als 70% Sehleistung erreicht habe.. (aber ich gebe die Hoffnung nicht auf! Nächste Woche heißt es wieder Meine neuen Anpass-Linsen warten schon auf mich beim Optiker!)

Neulich hab ich mir eine hübsche, aber v.A. schön leichte Brille gekauft, mit der werde ich sicherlich zufrieden sein. (wird nä. Woche auch geliefert).

Du kannst ja, wenn du dich nun mit deiner Brille überhaupt nicht anfreunden kannst, wochenends es ja mal mit Tageslinsen versuchen. Wenn du nur spährische brauchst (also ohne Hornhautverkrümmung) dürfte das nicht mal so ein großes Problem sein-ein Versuch ists sicherlich wert!

Ach ja, das mit dem Schwindel, so gehts mir immer, wenn ich neue Gläser bekomme. Echt krass, wie SCHARF man plötzlich alles sind. Klar ist da das Auge / GEhirn überfordert. (Wenn man bedenkt, dass unser "Gleichgewichsempfinden" aus unserem visuellen Eindruck und der Lage des Körpers besteht).

Viel Spaß mit deiner neuen Brille!

Bild des Benutzers Eva
Eva
Verbunden: 17. Dezember 2004 - 0:00

Danke für Eure Antworten und Tipps. Swenja, dir danke ich für die Aufmunterung, die Brille zu tragen.

Zu Tao

Ich möchte gerne von dir wissen, ob du viele Kunden/Patienten hast, die ihre "Brillenkarriere" mit einer ähnlichen Minuskorrektur begonnen haben. Der Augenarzt war ob meiner Korrektur so erstaunt, dass ich glaube, ein Einzelfall zu sein.

Zu Kerstin

Habe deinen Tipp mit einem Stadtbummel in der Nachbarsstadt gestern in die Tat umgesetzt. Es war ein guter Tipp. So konnte ohne Angst erkannt zu werden meine Brille in der Öffentlichkeit ausprobieren. Ich habe erneut festgestellt, dass ich unendlich viel besser sehe mit meiner Brille. Sogar sämtliche Schilder und Reklamen konnte jetzt wieder ohne Mühe lesen. Mit dem Treppensteigen, der scharfen Sicht und der Verkleinerung hatte ich immer noch Probleme. Ebenfalls spürte ich die Brille auch nach 2 Stunden noch immer. Als ich nach ca. 2 Stunden die Brille abnahm, weil ich mich mit dem Zug in meine Heimatstadt begab und ich wollte, dass mich sicher niemand mit der Brille sah, hatte ich wie einen Schleier vor mir. Ist das schon ein erster Gewöhnungserfolg an die erste Brille?

Am Abend in der Disco trug ich die Brille nicht, bemerkte jetzt aber, wie schlecht ich sah. Ich bin ein Feigling. Noch mehr fürchte ich mich davor, morgen das erste Mal mit Brille bei der Arbeit zu erscheinen. Ich habe Angst vor den Sprüchen der Anwälte (bin Anwaltssektretärin), bräuchte aber meine Brille. Wie soll ich vorgehen, um die Sprüche zu vermeiden? Ich weiss, dass ich ohne eine gute Idee die Brille nicht aufsetzen werde.

Vielen Dank für eure Tipps und einen schönen Sonntag wünscht euch

Eva

Bild des Benutzers Hanni
Verbunden: 19. Dezember 2004 - 0:00

Liebe Eva!
Aus eigener Erfahrung empfehle ich dir, ab sofort deine Brille ständig zu tragen. Wie du ja in der Zwischenzeit selbst bemerkt hast, siehst du mit Brille um vieles besser als ohne. Es ist wirklich keine Schande, wegen einer doch einigermaßen starken Kurzsichtigkeit dauernd eine Brille tragen zu müssen. Es gibt auf der ganzen Welt Millionen von kurzsichtigen Frauen; freue dich daher, dass du zu uns gehörst. Außerdem wirkt - und das weiß ich auch aus eigener Erfahrung - eine bebrillte Frau auf die meisten Männer zumeist sogar attraktiver als ohne Nasenfahrrad. Warum sollte das bei Rechtsanwälten anders sein? Ich bin sogar überzeugt, du wirst viele Komplimente erhalten.
Ich würde dir auch keine Kontaktlinsen empfehlen, da du damit sicherlich irgendwann einmal Probleme bekommst und dann erst wieder die Brille benötigst.
Somit mein Tip für morgen im Büro Nach der Morgentoilette ein kräftiges, dunkles Augen-Makeup auftragen, das die Augen größer erscheinen lässt, ein recht hübsches Kleid, das deine Weiblichkeit besonders gut zur Geltung kommen lässt, anziehen und schon daheim die Brille aufsetzen und mit ihr aus dem Haus gehen und diese erst vor dem Schlafengehen auf einem sicheren Platz neben das Bett ablegen. Dienstag morgens nach dem Aufwachen die Brille aufsetzen und so weiter...
Du wirst sehen, das Brillen-Outing ist überhaupt kein Problem, in wenigen Tagen haben sich all deine Bekannten an dein neues Outfit gewöhnt und du wirst endlich wieder klar sehen können und dich rasch an etwaige Unannehmlichkeiten, wie beim Treppengehen, gewöhnt haben. Ich drücke dir dafür fest die Daumen und bin gespannt, von dir zu hören, wie es dir an deinem ersten Tag, an dem du die Brille dauernd getragen hast, ergangen ist. Ich wette, du wirst erleichtert sein.
Liebe Grüße - Hanni

Bild des Benutzers Glowworm
Verbunden: 20. August 2004 - 0:00

Hi Eva,

Tipps aus eigener Erfahrung kann ich Dir nicht geben (leider/gottseidank, wie man's nimmt), da selbst kein Brillenträger.

Wenn Du magst, kannst Du Deine Story mal unter http://www.f50.parsimony.net/forum200261/ posten und nach Tipps fragen. Es handelt sich dabei um ein Brillenfetischisten-Forum, d.h. da sind schon ein paar seltsame Typen zugegen, die Mehrheit der regelmäßigen Nutzer des Forums geht allerdings vernünftig mit den Dingen um. Du hast es dort mit Leuten zu tun, die Brillenträger/innen attraktiv finden, naheliegenderweise auch mit Brillenträger/innen, die über ihre Erfahrungen und Probleme mit der Brille berichten. Vielleicht kann Dir da jemand noch ein paar gute Tipps geben.

Viel Erfolg beim Gewöhnen an die Brille und viele Grüße
Glowworm

Bild des Benutzers Birgitt
Verbunden: 11. Dezember 2003 - 0:00

Hallo Eva,

ich kann deine Ängste zwar nachvollziehen, aber dennoch muss ich auch fragen Übertreibst du nicht ein wenig?
Du bist erwachsen, du siehst schlecht, die Brille hilft dir, deine Sehleistung zu verbessern. Ohne Brille rumzulaufen ist bei der Stärke ja schon fast verantwortungslos.
Außerdem bin ich sicher, dass du dir ein schönes Modell ausgesucht hast.
Also - selbstbewusst ran an die Sache. Du brauchst halt eine Brille, basta. Dumme Sprüche werden sicher nicht kommen, höchstens interessierte Nachfragen. Außerdem - normalerweise spricht man doch auch vorher im Freundes- und Kollegenkreis darüber, dass man eine Brille bekommt. Hast du das nicht getan?

Stell dir vor, du brichst dir ein Bein und musst ne Zeitlang mit Krücken laufen. Machst du das dann auch heimlich? Eine Brille ist ein Hilfsmittel. Sei froh, dass es so was gibt.

Da helfen keine Tricks, da hilft nur Tragen. Also einfach aufsetzen und los. Du wirst sehen, deine Umgebung wird wesentlich weniger Aufheben davon machen, als du jetzt denkst. Und im Freundeskreis kannst du dein Problem doch sogar thematisieren. Rede mit Ihnen darüber, es sind doch deine Freunde.

Alles Liebe und allzeit gute Sicht, -)

Biggi

Bild des Benutzers Myopwolf
Verbunden: 2. Februar 2004 - 0:00

Hallo Eva,
wie dir und einigen anderen ist es mir ähnlich mit diesem Thema ergangen.
Im zarten Schulalter stellte der Arzt schon eine leichte Kurzsichtigkeit fest, doch damals weigerte ich mich noch strikt, Brille zu tragen. Mit 14 Jahren ging es absolut nicht mehr, ich konnte kaum mehr was von der Schultafel ablesen. Ein dringender Besuch beim Augenarzt war notwendig. Ergebnis -5 Dioptrien! Als ich meine Brille bekam, genoß ich erstmals das tolle Gefühl, wieder alles ultrascharf zu sehen. Meine Umwelt hatte sich auch nach einigen Tagen an meine damals schon relativ starke Brille gewöhnt.
Ich würde dir raten, auf jeden Fall deine Brille immer zu tragen und den neuen Sehkomfort zu genießen. Eine Brille ist ja auch sehr oft eine optische Aufwertung. Es gibt wunderschöne Brillenfassungen und auch die Gläser sind heutzutage selbst bei hohen Dioptriewerten schon in dünner Ausführung möglich.
Ich wünsche dir jedenfalls viel Spaß mit deinem neuen Outfit, der Erhöhung deiner Lebensqualität und dass deine Kurzsichtigkeit nicht mehr allzu rasch voranschreitet. Liebe Grüße Wolfgang

Bild des Benutzers Mutti
Verbunden: 5. September 2002 - 0:00

Hey, Eva, mit 20 ist man doch nicht mehr sooo abhängig von der Meinung anderer, oder?
Wenn sie Dir gefällt und Du damit sehen kannst, dann ist doch alles prima!
Wenn Deine Anwälte rumfrotzeln, frotzelst Du eben zurück "Wenigstens einer in dieser Kanzlei sollte klarsehen...!"

Welche Motive haben Leute, die Dir Deine Brille ausreden/schlechtmachen wollen? Hast Du Dich das schon gefragt?

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Beste Grüße von Mutti