Doppelbilder nach Schädel-Hirn-Trauma
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Hallo,
wir erhoffen uns Hilfe und Informationen für den Fall unserer 13jährigen Tochter.
Sie hatte Anfang September einen Sturz beim Schulsport (Hallenboden, Völkerball), Diagnose SHT, danach sofort Doppelbilder. Sämtliche Untersuchungen ohne Befund: MRT, CT, diverse neurologische Untersuchungen, Augenklinik, Orthopädie - hab bestimmt was vergessen.
Nach 3 Wochen war der Spuk urplötzlich vorbei, die Doppelbilder verschwanden fast vollständig. 1,5 Wochen später ohne besonderes Zutun waren sie wieder da. Erneute Untersuchungen: nichts. Augenklinik-Bericht ist inhaltlich folgendermaßen:
Diagnosen: LZn Abduzensparese nach SHT
Va posttraumatische Akkommodationsparese
Diplopie
Visus sc Ferne R 1,20 LRe R: 0,80 LR 2,6'
L 1,20 LRe L: 0,90 LR 2,6'
Ferne mit bds. +0,5 dpt subj besser
Nähe mit bds +2,0 dpt schärfer u bessere Kompensation
Bagolini F homonyme Diplopie
N Doppelbildsituation schwankt zwischen homonym u heteronym
Stellung F Orthophorie N Exotropie os
Schielwinkel nach HHRB -5
Nähe: RE-/Li-Fixation -5
Einstellbewegungen schwanken extrem zwischen Eso- und Exoabweichung
Motilität L engradig Abduktionsdefizit
Konvergenz Impuls vorhanden, kann nicht richtig gehalten werden
Therapie u. Beurteilung: Für die schwankende Schielabweichung zwischen Esotropie u Exotropie ist die Akkomodationsstörung ursächlich u somit prismatisch nicht auszugleichen. Wir verordneten daher eine Nahkorrektur von bds 2dpt. Hiermit kann auch die divergente Schielabweichung besser kompensiert werden.
So, die Brille ist da, aber es bringt leider gar nichts. Wir bekommen überall die Aussage: Das kann dauern, sehr, sehr lange. Wie lange??? Und was macht unsere 8-Klässlerin bis dahin? Sie kann nur auf die Ferne lesen (also an der Tafel), aber nicht schreiben und in Büchern/Heften lesen. Von Sport und Fahrradfahren mal ganz zu schweigen.
Gibt es irgendwelche Erfahrungsberichte, Tipps, an wen wir uns wenden könnten. Wir fühlen uns irgendwie allein gelassen. Sollen Normalität leben, das wird ja irgendwann vergehen.
Vielen Dank schon einmal fürs Zuhören und Grüße von Kico
Hallo Kico,
sucht nach einem Optometristen der sich auskennt mit Vision Therapy bzw. Training in Amerika kein Porblem in Deutschland etwas schwierig.
Gruß Edelweiss
Liebe Kico,
Deine Tochter tut mir sehr leid. Ich habe nur Zeitweise Doppelbilder und schon das macht mich wahnsinnig. Unter DB leidet die (Schul-)Leistung erheblich.
Ich bin Laie und kein Fachmann. Mein laienhafter Tipp: Dringend eine Zweitmeinung in einer anderen Uni-Klinik (Neuro und Augen) einholen. Das was Euch bis her gesagt wurde, wirkt auf mich in erster Linie ratlos. Wenn ihr dann zweimal gesagt bekommen habt, dass medizinisch nichts ist, solltet ihr es bei nicht-schulmedizinischen Alternativen versuchen. In diesem Fall würde ich es als erstes mit Visualtraining versuchen. Auf Wunsch kann ich per PN eine Adresse empfehlen, wären aber eine Ecke zu fahren.
Eurer Tochter alles Gute!
G.
Liebe Kico,
ich bin auch kein Fachmann. Aber wenn mir die Schulmedizin sagt, keine Therapiemöglichkeiten mehr und Hoffnung auf Heilung oder Linderung allein dem Zeitfaktor überlässt, würde ich mich um jede andere Möglichkeit bemühen. Sprich, manchmal können Heilpraktiker mit unterstützenden Therapien zur Heilung oder Selbstheilung bzw. in eurem Falle eventuell eher Osteopathen eine Menge bewirken. Ich halte inzwischen viel von Alternativmedizin.
Mein Neffe fiel als kleines Kind (um den Schuleintritt herum) aus dem Dachfenster (zum Glück war dieses nur im ersten Stock) , weil er seinem Vater, der gerade das Haus verließ, noch etwas sagen wollte. Der dachte, da steht ein Geist vor ihm, als ihm sein Sohn im Schlafanzug um die Hausecke entgegen kommt (Mutter im Nachbarzimmer wusste noch von nichts). Dem Jungen war nichts anzusehen oder anzumerken. Die Eltern sind dann trotzdem sofort in die nächste Klinik-Notaufnahme gefahren. Es wurde alles durchgecheckt und schien alles in Ordnung. Jahre später stellten sich verschiedene Dinge ein, die sich keiner erklären konnte, für welche die Schulmedizin keinen Rat wusste: diffuse, z.T. starke Schmerzen, einige Skelettteile wuchsen schief und nicht wie sie sollten. Der Junge war durch den Aufprall und die Stauchung dabei völlig verschoben in sich - darauf kam aber erst eine Heilpraktikerin, deren Sohn gerade eine Osteopathenausbildung absolvierte. Die Schulmediziner verneinten (bis heute!) jeden Zusammenhang mit dem Sturz. Ein Osteopath hat über viele Sitzungen das Kind wieder „geradegerückt“, die Schmerzen sind weg, die Fehlstellungen größtenteils behoben. Nicht nur das Sklelett sondern auch z.T. innere Organe waren –laienhaft ausgedrückt „durcheinandergerüttelt und verschoben“.
Wie weit ist denn das SHT verheilt? Hatte sie Einblutungen? Sind da entsprechende Untersuchungen nochmal als Verlaufskontrolle gemacht worden? Wenn das alles okay ist, sucht doch mal einen erfahrenen Osteopathen auf, der sich um Nacken- und Halsmuskulatur/- wirbelsäule kümmert. Das hat nämlich einen großen Einfluss auf die Akkommodation etc. Ich weiß aber nicht, wie lange man nach der Verletzung deiner Tochter – je nach dem, wo genau diese war und welches Ausmaß sie hatte - mit osteopathischen Behandlungen warten muss.
Ich denke, da sollte sich auf der Strecke schon noch einiges an Besserung herausholen lassen.
Alles Liebe für euch und gute Besserung
Eli
PS: Ich hatte offline geschrieben und nun hier hinein kopiert. Habe eben erst die letzten Beiträge gelesen. Ich würde parallel unbedingt einen Heilpraktiker aufsuchen. Wenn deine Tochter so anfällig für Infektionen ist, kann vielleicht auch da geholfen werden. Habe in diesem Jahr gute Erfahrungen damit bei meiner Tochter gemacht (ist jetzt 15 Jahre/9. Klasse). Sie war danach 3/4 gesund- also bis jetzt, völlig ohne einen Erkältungsanpflug o.ä., voriges Jahr im Sommer Lungenentzündung, dann vorigen Winter Schnupfen, Erkältungen, Angina fast im 4 Wochen-Takt, Hausmittel und auch Antibiotika, anschließend jedesmal dadurch ausgelöste Blockierungen an entsprechender Stelle, für mich/uns war die Heilpraktikerin ein Segen.
Und- nicht dass einer denkt, ich komme aus der Branche, weil meine letzten Beiträge immer ein pro für Osteopathie und Heilpraktiker enthielten- ich arbeite in der Schulmedizin 
Hallo Kico,
als ich vor 6 Monaten nach Amerika gegangen bin habe ich per Internet einen Optometisten gesucht, dabei bin ich auch auf diese Seite gekommen: nora (googel mal unter nora optometry)
ob es solche Optometristen auch in Deutschland gibt weis ich nicht aber die Infos für Patienten finde ich sehr intersant (leider alles auf englisch)
Gruß edelweiss
Hallo Kico,
noch schnell ein Gedanke: Habt ihr schon mal daran gedacht, euerem Mädel eine Auszeit in Form einer Kur zu gönnen? Ich weiß nicht, wie eure familiäre Situation so ist, ev. mit einem Elternteil oder in eurer Nähe? Einfach mal alle Möglichkeiten abklappern über Krankenkasse, direkt Kinder- oder Jugendkureinrichtungen ansprechen/nachfragen, Versicherungsanstalten- weil die Zuständigkeiten sehr unterschiedlich sind. Egal über welche Diagnose sie letztlich eine bekommt. Wenn du schreibst, dass sie fast in einer depressiven Krise hängt- und das geht in dem Alter ziemlich schnell- ist alles gut, was hilft und schön ist, Spass macht, Selbstvertrauen gibt. Sport, Musik, sinnvolle Beschäftigungen wie handwerkliches etc.- ich weiß ja nicht, wo ihre Interessen und Liebhabereien so liegen (und was möglich ist, durch die Sehbeeinträchtigung). Aber sie muss merken, dass es trotzdem viel Schönes gibt, was geht und sollte sich nicht festbeißen an dem, was nicht geht. Und wenn sie im Moment nichts lesen kann, ist Schule und lernen eh kaum etwas wert (es sei denn, sie ist ein ausgesprochen akkustischer Lerntyp). Deshalb- vielleicht findet ihr etwas, wo sie allgemein wieder aufgebaut wird und dann gezielt spezielle Therapien anfangen.
Liebe Grüße und alles Gute für euch!
Eli
Hallo Eli,
ist ein schwieriges Alter - kommt mir sooo bekannt vor. Meine Tochter hatte mit 12 zwei Schulunfälle kurz hintereinander mit Gehirnerschütterung. Auch bei ihr ist durch den Sturz auf den Hinterkopf das Sehen entgleist. Dies ist ein häufiges Phänomen nach Schädel-Hirn-Traumata. Es liegt dann schon ein vorher bestehendes Mikroschielen und/oder eine Heterophorie vor, die bisher kompensiert werden konnte. Auch meine Tochter musste das Reiten aufgeben....sie hatte aber keine schwankenden Schielwerte und mit Prismen haben wir alles wieder ins Lot bekommen (mehr oder minder....). Holt Euch ggf. noch eine nächste Meinung ein, hinsichtlich der MRT/CT-Befunde. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn 3 Ärzte so eine Diagnostik fahren, ich hinterher 5 verschiedene Aussagen bzw. Befunde bekam und zuletzt gar keinem mehr glauben mochte....
Ich drück Euch die Daumen.
Viele Grüße
Kerstin
Hallo Kico,
nun auch noch die oink-oink Grippe!!!! Endlich auch hier im Forum
Scherz beiseite...
Versuche Deiner Tochter klar zu machen, dass sie derzeit ihre eigenen Anforderungen an sich herunterschrauben muss. Ihr Gehirn braucht Ruhe. Es ist natürlich schwierig als Mutter. Meine Tochter wurde damals auch psychisch stark mitgenommen und keiner setzte es in Zusammenhang mit dem Sturz und den Sehproblemen....nachher wurde gar mein Erziehungsstil durchleuchtet....grunzgrunz 
Tja und mit der ärztlichen Hilfe und Diagnostik...bleib am Ball und ich kann Dir nur die Daumen drücken, dass ihr zufällig an einen Arzt/Ärztin geratet, wo Euch geholfen wird. Die sind nicht alle schlecht, aber die wenigsten gucken auch mal über ihren Tellerrand hinaus. Die sehen nur ihr Fachgebiet und damit basta....am optimalsten wäre wirklich eine Neuroophtalmologie, mit reichhaltiger Kindererfahrung....
Viele Grüße
Kerstin
..jaja, wenn so eine Person des öffentlichen Lebens Depressionen hat, ist das natürlich weltbewegend und ganz tragisch. Wie viele ungezählte andere auch leiden und dabei eventuell noch viel wunderbarere Menschen sind, das erfährt (zum Glück) keiner. Mir kann die Prominenz nur leid tun...
Lass Dich nicht vom Chef drangsalieren!
LG
Kerstin
Hallo Kico,
wie ist das eigentlich mit dem Termin beim Funktionaloptometristen gewesen? Das würde mich noch interessieren.
Ich abeite hier ca. 300m neben einer neurologischen Reha-Klinik, die mir seit etlichen Jahren Personen mit Doppelbild Seheindrücken vorstellt. Als Augenoptiker werde ich eigentlich immer wieder ins Staunen versetzt, in wieviel Fällen Hilfe möglich ist, selbst wenn Personen oft über Jahre hinweg und mehr oder weniger unversorgt von Arzt zu Arzt gewandert sind. In jedem Fall ist aber ein Fall, wie bei Deiner Tochter geschildert, nicht ausweglos!
Wenn alles wild durcheinander geht, braucht es allerdings ein klar strukturiertes Handeln, um hier Ordnung zu bilden. Allermeist hilft nach kurzer Anlaufphase das Gehirn (ich sage gern der Hauptrechner, der alles steuern muss) und es geht dann oftmals verblüffend schnell vorran. Vielleicht war es vor einem guten halben Jahr noch zu früh, prismatisch die Störung angehen zu können. Ich denke allerdings, ohne wird es sehr viel schwieriger zu händeln sein.
Hallo Kico,
besten Dank für die Nachricht.
Ich denke, dass der Eindruck berechtigt war.
Frage, gibt es denn irgendwelche Messdaten zur Refraktion und besonders zu Prismenwerten? - Schlimm, oder nicht schlimm, dass steht doch ohne Trageversuch in den Sternen und was wäre schlimm zu nennen, wenn über einen Faktor x in der Korrektion, die Augen ruhiger stehen lernen und die Sehverarbeitung in der Fern- und Nahsicht wieder harmonischer wird?
Nur um ein solches Ziel sollte es doch gehen! Das mit der Zeit die Werte ab- oder zunehmen könnten, bildet jetzt überhaupt kein Problem, wenn sich dann gleichzeitig ein weiter gesteigerter Seherfolg einstellt.



. Zur Not geh ich sammeln, damit wir dorthin nach Kalifornien können!

Vielen Dank schon einmal! Weiß hier jemand, wo es solche Optometristen gibt? Wir wohnen in der Nähe Hannovers, in Nienburg/Weser, aber letztendlich spielt das eine untergeordnete Rolle, irgendwas muss ja passieren.