Akkomodationsspasmus, Therapie? oder doch ein HWS-Syndrom?
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Liebes Forum,
ich habe eine starke Kurzsichtigkeit (letzte Optikermessung L -8,0; R - 7,25). Im Alter von 10 Jahren begann es mit - 0,5 dpt. Die Augen werden immer noch alle 2-3 Jahre etwas schlechter. Zuletzt bekam ich meine neue Brille im Herbst 2009. Allerdings trage ich seit 20 Jahren fast nur Kontaktlinsen - ohne Probleme.
Seit über 2 Monaten leide ich (w, 34) an plötzlich aufgetretenen Augenschmerzen und Doppelbildern. Zu Beginn nur abends, aber recht schnell war es so, dass die Symptome schon nach dem Aufwachen anfingen. Morgens fühlen sich meine Augen wie ausgeleiert an. Die Doppelbilder (horizontal, nur bei beidäugigem Sehen), habe ich den ganzen Tag - im schwankenden Ausmaß. Dazu kommen ab und zu Nackenschmerzen (ohne erkennbaren Zusammenhang mit Körperhaltung) sowie Ohrensausen / Tinnitus.
Befund 2 Augenärzte:
kein organischer Befund - ich sollte das evtl. neurologisch abklären lassen
Befund 2 Orthoptistinen:
- leichte Esophorie diagnostiziert (nicht kompensiertes verstecktes Innenschielen, das wusste ich schon) , aber keine Prismen oder Klebefolie empfohlen, da zu kleiner Schielwinkel
- Augenmessung per Tröpfchen-Methode ergab keine verlässlichen Werte, da die Augen trotz 4-facher Dosis immer selbst scharfstellten,
- es wurde mir eine abgeschwächte Brille empfohlen (L -7,0; R - 6,5), da durch eine mögliche Überkorrektur ("künstlich weitsichtig gemacht") die Esophorie verstärkt würde
- Ich sollte auf keinen Fall Prismengläser tragen, da das Schielen sonst manifestiert werde
Durch die schächere Brille ( 70 % ) sind meine Beschwerden geringfügig besser geworden. Meine alte Brille (50 %) bringt noch ein wenig mehr Erleichterung, sie kann ich aber nur am PC tragen, weil ich sonst zu schlecht mit ihr sehe. Aber Doppelbilder habe ich mit ihr ebenfalls.
Befund Wf-Spezialist (Meister):
keine Prismen erforderlich, da Schielwinkel zu klein
Befund Neurologe:
- jippieh, laut MRT kein Tumor, keine multiple Sklerose (nächste Woche wird Hirndurchblutung gemessen)
- evtl. sollte ich über Psychotherapie nachdenken
Befund Orthopäde:
- Symptome können durch HWS-Syndrom entstehen
- Blockade am oberen Halswirbel (Atlas) gelöst (vor 8 Tagen), Physiotherapie verschrieben bekommen, Atlastherapie nach Arlen empfohlen (500,- EUR)
Nach der Deblockierung sind tatsächlich die Ohrengeräusche erheblich besser geworden! Ich denke über die Atlastherapie nach, da die Doppelbilder mit Funktionsstörungen im Gerhin aufgrund HWS-Syndrom zusammenhängen können (Triggerpunk.
Befund Physiotherapeutin:
- Ursache für die Symptome könnte ein Schädel-Hirn-Trauma aufgrund eines Hinterkopfsturzes vor rund 10 Jahren sein, das sich erst jetzt aufgrund Alter, Stress etc. bemerkbar macht
- Psychotherapie sollte ich erst mal nicht machen, es sei doch eher ein organisches Problem
- sie führt Cranio-Sacral-Therapie durch (gestern 1. Sitzung von 6) - bisher natürlich noch ohne Wirkung
eigene Internetrecherchen
Die Symptome deuten bei mir auf einen Akkommodationsspasmus hin: Die Augenmuskeln verkrampfen aufgrund ständiger Naheinstellung, ausgelöst durch eine Überkorrektion der Kurzsichtigkeit i.V.m. Stress und ständiger PC-Arbeit. Resultat ist die Verstärkung eines vorhandenen Innenschielens, Asthenopie sowie eine subjektiv wahrnehmbare "Pseudomyopie", die wiederum zu höheren Messwerten beim Optiker führt.
Das würde meine alljährlichen neuen Brillenwerte und das recht plötzliche Auftreten der Symptome erklären! (Mit-Ursache könnte sein, dass ich meine Kontaktlinsen eigentlich nie proffessionell anpassen, sondern immer nur aus den Brillenwerten ableiten ließ.)
Der Akkommodationskrampf kann wohl nur ein paar Tage, aber auch über Jahre anhalten. Er kann nur mittels Tröpfchen-Messung (wegen Entspannung der Muskeln) erkannt werden. Dafür benötigt man aber wohl die starken Tropfen.
Ich habe in der nächsten Woche wieder einen Termin bei der Orthoptistin. Ich möchte das Thema "Akkommodationskrampf" und eine geeignete Therapie mit ihr besprechen. Allein die Empfehlung einer schwachen Brille ist doch keine Lösung, denn dies bringt nur eine ganz marginale Verbesserung der Asthenopie - bei schlechter Sehschärfe. Ich will ja noch was sehen können. Wie kann dieser Akkomodationskrampf mit Pseudomyopie therapiert / rückgängig gemacht werden? Welche Methoden gibt es? Welche Erfolgsausschten? Man könnte natürlich auch einfach sagen "Mach die Augen zu, dann hören die Beschwerden auf" 
Ich bitte ganz herzlichst um Rat, Erfahrungen, Therapiemöglichkeiten.
Vielen Dank im Voraus,
Miri
Hallo Miri,
schau dich doch mal nach einem Optiker besser noch Optometristen um der eine 21 Punkte Messung machen kann ( wird auch OEP Messung genannt). Nach so einer Messung erhältst du Informationen über deine Dioptrien für Weit und Nah, Deine Vergens Weit und Nah (wie gut sich die Augen nach innen und ausen drehen können) und vorallendingen Deine Akkomodation. Also ob du zuviel oder zuwenig hast. Ewnn da was nicht stimmt kann man viel durch Vision Therapy erreichen so was wie Physiotherapei für die Augen.
Gruß Edelweiss
P.S wartst du schon bei einem Osteopaten?
Hallo Miri,
ich kenn mich mit all den Sachen nicht aus. Aber ich meine mich zu erinnern, daß hier in diesem Forum mal jemand mit einem Akkomodationsproblem einen überraschenden Erfolg mit dem homöopathischen Mittel CINA hatte. Das müßte sich über die Suchfunktion finden lassen.
Gruß Synnie-do
Hallo,
ich bin ja nur ein einfacher Optiker der MKH. Aber so einige Fragen kommen mir beim Lesen des Berichtes.
Da vor "Prismen" gewarnt wird, wurde trotz eindeutiger Befunde nie prismatisch sauber korrigiert. Warum der Optiker nichts gefunden hat, bleibt schleierhaft, da alle Ärzte, Orthoptisten einen Winkel zwischen der Stellung der Augen ausmachen und der Probant über Doppelbilder klagt. Da muss was nicht sauber gemessen worden sein.
Als MKH-Anwender macht man in ähnlichen Fällen die Beobachtung, das eine verkrampfte Augenstellung auch zu einem Spasmus in der Akkomodation führte, der sich manchmal schon während der Augenglasbestimmung (ab 45 min. aufwärts) anfängt zu lösen. Nicht selten aber auch erst bei Folgemessungen und Versorgungen sich auflöst.
Es ist mittlerweile längst eine zwar immer noch bestrittene, aber hinreichend bestätigte Tatsache, das Prismen nicht schaden können! Sollte ein Wert im Winkelfehler zwischen beiden Augen wirklich manifest werden, zeigt dies nur die wahnsinnig hohe Anspannung, die vorher geherrscht haben muss, nicht mehr und nicht weniger!
Allerdings bleibt jeder hier selbst seines Glückes(?) Schmied. Jedenfalls alles Gute!
Hallo Mrii,
mit dem Lösen der Atlas Blockaden bist auf einem entscheidenden und wichtigen Weg - da bleib bitte dran und lasse Dir Übungen näherbringen, die die HWS-Muskulatur stärken. Lass Dich bitte komplett untersuchen in Sachen Beinlängendifferenz, Beckenschiefstand und sonstiger Wirbelsäulenfehlstellungen. Und dann: Rückenschule! Und die Übungen zur Stärkung der Muskulatur lebenslang. Sind nur ein paar Minuten am Tag und tun gut.....ich mache diese Minuten inzwischen gerne, weil meine Lebensqualität dadurch enorm gestiegen ist, ich leistungsfähiger und ausgeglichender bin. Wie schön ist es ohne HWS-Beschwerden!
Deine Augen: Da Du ein leichtes Innenschielen (Mikrostrabismus?) hast, ist es klar, dass Du mit den abgeschwächten Minusgläsern besser zurecht kommst, denn je mehr Minus im Glas, umso mehr Konvergenz bei den Augen. Wenn es ein Akkommodationsspasmus ist, dann ist die Atropintherapie angezeigt, um diesen zu lösen. Also bist Du da auch auf dem richtigen Weg. Aber es muss abgeklärt werden, ob nur eine Esophorie oder eine Esotropie vorliegt. Es kann auch sein, dass sich auf den Mikroschieler eine phorische Komponente draufgepackt hat, daher die asthenopischen Beschwerden - diese sollte mit Prismen korrigiert werden. Der Mikroschielwinkel sollte in Ruhe gelassen werden, denn kann und sollte man nicht korrigieren. Übrigens kann ein Sturz auf den Kopf genau diese Probleme auslösen. Auch da bist Du mit Deiner Vermutung auf dem richtigen Weg. Durch die Gehirnerschütterung dekompensiert dann zuweilen ein Schielen bzw. eine phorische Komponente.
Ich drücke Dir die Daumen!
Viele Grüße
Kerstin
Hallo Mirii,
ich möchte dir die sehr ähnlichen Probleme meiner Tochter in Kurzfassung schildern: Im September letzten Jahres Sturz auf den Kopf, seitdem schwankende Doppelbilder und starke Akkomodationsstörungen. Wir haben einen Diagnose-Marathon hinter uns. Mittlerweile befindet sich Tami in sehr guter ärztlicher Betreuung in der Augenklinik der Uniklinik Tübingen, wofür wir regelmäßig durch ganz Deutschland fahren - das ist es uns aber wert. So ganz langsam werden die Beschwerden besser; meine Tochter kann wieder bedingt lesen und Fahrrad fahren, sie schaft es - wenn es ihr körperlich gut geht - für kurze Zeit die Doppelbilder zusammenzubringen und scharf zu stellen.
An Pillchen und Kügelchen haben wir alles durch, Wirkung gleich null. Prismen funktionieren ohnehin gar nicht, da die Doppelbilder sich ja ständig verändern. Für die Nahsicht trägt Tami eine ganz normale Brille mit 2 dpt, einfach um zu vergrößern. Neurologisch ist sie auch komplett auf den Kopf gestellt worden, gottseidank nichts. Eine Zeit lang ging es ihr psychisch sehr schlecht, sie hatte überall Zuckungen, nahm stark ab, war weinerlich und hatte einen mit AB zu behandelnden Infekt nach dem anderen (jetzt auch grad wieder). Das veranlaßte die hilflosen Neurologen auch dazu, dringend eine Psychotherapie anzuordnen. Haben wir aber nicht gemacht.
Einer der ersten Ratschläge des ebenfalls behandelnden Arztes an der UKE Hamburg war: "Dies ist eine der häufigsten nicht diagnostizierten Folgen nach einem Schädel-Hirn-Trauma. Man kann NICHTS machen, gar nichts. In 90 % der Fälle geht es wieder weg nach 1 bis 3 Jahren."
Wir waren anfangs geschockt. Das konnte doch nicht sein, rein gar nichts? Osteopathie haben wir auch gemacht, sind weiter rumgereist und und und. Aber er scheint recht zu haben. Die Bildgebung in MRT und CT sind mit dem heutigen Stand der Technik noch nicht so ausgereift, dass man irgendwas erkennen kann. Es ist bei unserer Tochter kein Muskel gedehnt laut Bild, kein Nerv kaputt, nichts - aber da ist vermutlich doch irgendwas. Und das findet man nicht und daher wird gesucht und gesucht. Auch orthopädisch hat man was bei ihr gefunden, eine Blockade. Wir haben die Therapie mittlerweile wieder abgebrochen.
Gute Besserung und liebe Grüße von Kico
Hallo Miri,
also mir scheint am einleuchtendsten, was Herr Mosch weiter oben schrieb. (Also mit Prismen ein anstrengungsärmeres Sehen zu ermöglichen).
Und die homöopathische Variante ziehst Du nicht mehr in Betracht? Euro 7,50 für ein paar Kügelchen, ist das nicht den Versuch wert?
Grüße
Synnie-do
Die Bildgebung in MRT und CT sind mit dem heutigen Stand der Technik noch nicht so ausgereift, dass man irgendwas erkennen kann. .
Gute Besserung und liebe Grüße von Kico
Hier hilft nur PET was herauszufinden. Doppelbilder nach Sturz auf dem Hinterkopf ist nichts seltenes. Und da nichts mit "Prismen" gefunden worde heißt nicht , dass da etwas nicht sein könnte. Ich selber kenne keine Uni- Augenklinik in Deutschland die z. Zt. etwas in dieser Richtung wirklich voll auf dem Kasten hat. Auch nicht Tübingen, wobei Tübingen in einfachen Sachen sehr wohl gute Diagnostik betreibt. Nur bei Problemen mit dem Binokularsehen haben sie es m.E. nicht so gut drauf.
Ich interpretiere hier nur ihr" Resümee" von ihrer Tochter.
Akkomodationstörungen sind z.B. bei Sympathicus- und Pararsympathicusläsionen obligat. Doppelbilder bei Störungen im Muskelgleichgewicht oder Verarbeitung der nervalen Strukturen der Hirnnerven, der Hirnnervenimpulse oder im synaptischen Spalt. Eine Augenmuskellähmung, auch teilweise, würde die Beschwerden nicht erklären.
Ein gemesser Schielwinkel ist ein manifestes Schielen. Eine dekompensierte Esophorie muss selbstverständlich entsprechend angegangen werden. Nämlich mit Prismen oder Prismenfolien. Eine Akkommodationstörumg resultiert auch aus einer dekompernsierten nicht korrigierten Phorie. Wer das leugnet ist m.E. ein Dummschwätzer. Akkommodationstörungen treten viel häufiger binokular, sehr, sehr selten monokular auf.
Weder dein Augenarzt, noch dein Optiker oder deine Orthoptistinnen wissen, was hier zu tun ist. Das ist recht traurig und, wenn man sich das genauer betrachtet, beschämend für alle beteiligtend Berufsrichtungen.
Danke herzlichst!
Danke herzlichst!
Wofür?
Hallo Mirii,
ich kann Agnes Maria nur beipflichten, es ist leider so, dass Du keine optimale Versorgung erhalten hast in letzter Zeit. Schreibe uns mal, wo Du wohnst, dann können wir vielleicht helfen.
Gruß
Eberhard
Hallo Mirii,
Name schicke ich Dir per PN...
Viele Grüße
Kerstin
hallo Miri,
gerade fand ich das im Netz unter Symptomen einer chronischen Quecksilbervergiftung auch Akkomodationslähmung, Augenschmerzen und Doppelbildwahrnehmung. Vielleicht ist das noch eine Spur für Dich. Falls das auf Dich paßt, kannst Du im Forum www.symptome.ch jede Menge Infos und gute Ratschläge bekommen.
Gruß Synnie-do
Hallo Miri,
Show-Tanz und Sport bei der vorhandenen Kurzsichtigkeit erachte ich für eine Kontra-Indikation!
Zumal Nackenwirbel und nicht nur diese mit inzwischen 35 Jahren Ihre Lasten zu tragen hatten.
Mich wundert da nichts.
Der Sport ist zudem ein Ausgleich, der das Auffinden der Störungen im Binokularsehen eine zeitlang blockieren kann (es gilt hier, eine abribischere Technik einzusetzen, um hinter die Störung per MKH zu gelangen).
Empfehlung betreff der Sportarten: Umsteigen auf reine Ausdauersportarten (z.B. walking!)
Korrektion der Binokularstörungen über die gut vertragenen KL mittels Brille, diese kann ja zur Eingewöhnung evtl. erstmal nur sporadisch getragen werden (solange bis sie die Phobie gegen eine Brille -von innen her- selbst widerlegt).
Dazu muss in Berlin ein echter Könner in Sachen WF ran. Diesen sollte es in der Stadt, in der die Wiege der MKH stand, auch geben. Kerstin hat ja ihre Hilfe schon signalisiert.
Alles Gute!
Hallo Miiri,
bei hoher Kurzsichtigkeit kann jede höhere Anstrengung zu einer Netzhautablösung führen, deshalb hat Herr Mosch sicher den Sport angesprochen.
Kontaktlinsen wurden früher doch gut vertragen, was ist an den Linsen jetzt anders? Wenn es am beidäugigen Sehen liegt, ist es, wie Herr Mosch schreibt, sinnvoll, über die KL bei Bedarf eine Brille mit der Schielkorrektion zu tragen. Dann kann die Verträglichkeit steigen.
Gruß
Eberhard
Hallo Eberhard,
Danke für Deinen Einsatz!
Hallo Miri,
Eberhard hat Dir schon berichtet, so meinte ich dass!
Zusätzlich gibt es bei Aerobic etc. statt einer Entlastung der Schulter / Nacken-Partie evtl. zusätzliche Belastungen, die auf das Sehen rückstrahlen können (gerade im BinokularSehen). Denn Störungen im Bereich der oberen Halswirbel und im Sehen wirken aufeinander ein.
Alles Gute!
Es muss doch nicht immer sein, dass Prismen das Allheilmittel darstellen, oder? Vielleicht sollte man ja zuerst die Ursache des Problems herausfinden, bevor man sich mit der Endlösung Prismenbrille abfindet, auch wenn es die einfachste Lösung ist.
Hallo Miri,
ich finde den von Dir formulierten Satz geradezu "Ehrlich, köstlich und trotzdem widersinnig in sich".
Von Allteilmittel redet hier keiner, sondern von binokularen Sehstörungen bis hin zu Doppelbildern im Sehen über beide Augen. Neben OP´s die ohne gute Vorbereitung (Prismenausgleich lässt grüssen) auch verschlimmbessern können, gibt es als probate Methode zum Bilderschieben zueinander und aufeinander nur die Prismen.
Übrigens, ein Prisma ist ein optisches Bauteil variabel in Grösse, Stärke und Basislage. Bauen kann ich mit "Bauteilen" z.B. durchaus ein Schloss, aber auch eine Bauruine. Konstruktion und Methodik bleibt hier u.a. zum Ergebnis wesentlich!
Die Ursache der Probleme kann angeborenen sein. Es kann ein organisches Leiden, eine Nervenkrankheit oder eine Muskelschwäche sein (gestatten, oft ist es wirklich eine Bauruine im Sehen), Besserung im Sehen schafft nur eine optimal angemessene Korrektion jedes Bildlagefehlers. Diese kann sich dann im Ergebnis als langzeitstabil erweisen. Sie kann sich schwankend, ansteigend oder sogar in der Wirkung reduzierend ausgestalten. Durchaus hierbei auch abhängig von der zugrunde liegenden Ursache. Aber symptomatisch muss eine sauber angemessene Versorgung längerfristig immer zu einer Beschwerdeminderung führen, sonst war etwas unkorrekt.
Die "einfachste Lösung" jedoch ist es ganz sicher nicht! - Dies zeigt der bislang erlebte Leidensweg hier wieder mal nur allzu deutlich. Nichts für ungut!
Hallo Mirii,
eine Prismenbrille ist nicht unbedingt eine Krücke zur Bekämpfung von Symptomen. In den meisten Fällen setzt sie sogar an der Hauptursache an und beseitigt dadurch das Problem und mit diesem viele andere Symptome (wie z. B. Kopfschmerzen, schlechte Auge-Hand-Koordination, Schwindel, Lese-Rechtschreibschwäche, Tolpatschigkeit). Die Hauptursache ist bei einer Phorie ein Muskelungleichgewicht - wir werden nunmal nicht perfekt geboren und haben keine zwei identischen Körperhälften. Oft ist ja auch ein Bein etwas länger - und dann braucht man eben eine orthopädische Einlage. Und wenn man das Längenungleichgewicht nicht ausgleicht, hat man eben später Probleme mit der Hüfte, den Knien, LWS, BWS und HWS....
Und was nützt mir die Antwort auf meine Frage nach dem "Warum" und nach den Ursachen? Was ist, das ist, man kann die Zeit nicht zurückdrehen. Wenn mein Frühchen bei der Geburt Sauerstoffmangel hatte und dadurch leichte cerebrale Schäden davongetragen hat, dann kann ich es auch nicht wieder zurück in meinen Bauch schieben und noch mal richtig zur Welt bringen. Es ist dann halt so und das Kind braucht Therapien.
Ich habe gelernt, dass mir die Frage nach dem Warum bzw, der Ursache nur hilft zu verstehen und zu akzeptieren, dass etwas so ist wie es ist. Aber ansonsten schaue ich nach vorne und arbeite am "status quo" weiter. 
LG
Kerstin
Aufgrund der noch fehlenden Diagnose kann mir da im Moment leider auch kein KL-Spezialist weiterhelfen. Und da ich ja bereits vom MKH-Optiker und 2 Orthoptistinnen die Aussage bekommen habe, dass Prismen bei mir keinen Sinn machen würden (sogar testweise kurz ausprobiert!), muss ich jetzt erst einmal darauf hoffen, dass die Augenklinik (Termin am 28.6.) mir vielleicht irgendwie weiterhelfen kann...
Oh, oh, ...
da scheinen ja absolute Spezialisten am Werke zu sein....
Habe ich richtig gelesen, dass auch beim Fernsehen Doppelbilder auftreten? Dann ist kein Akkommodationsspasmus die Ursache der Doppelbilder.
Schielen hat laut meiner augenärztin einen Krankheitswert - im gegensatz zur Heterophorie, die nur eine Abweichung von der Idealform ist. wo auch immer der eigentliche unterschied besteht...
Miri
Eine Heterophorie ist auch ein Strabismus, aber eben ein latenter und wenn der Probleme macht dann ist diese Art von Schielen eben auch patophor.
Ich drücke Ihnen die Daumen für den 28.06. Hoffentlich geraten Sie in der Augenklinik nicht an einen Assistenzarzt der damit nichts anfangen kann oder an einen Orthoptistin die nicht weiß was sie machen muss. Die anderen zwei davor schienen ja nicht sehr kompetent zu sein.
Noch was zu den refaktiven Werten: man misst nicht objektiv mit einem Refraktor die Brillenwerte aus. Keiner weiß ob Sie wirklich geradeaus gesehen haben und ob der Abstand stimmt. Sprechstundenhilfen achten auf so was nicht. (Sehe ich hier bei meiner Arbeit. Hauptsache erledigt. Die Hintergründe der Messung ergibt sich für sie nicht.) Danach war eine subjektive Refraktion dran und hier kam es eben zu R -6,50 dpt und L - 7,25 dpt. Deswegen steht das eben auf dem Überweisungsschein.
LG
A.M.
@AgnesMaria
Warum ist eine Akkommodationsspasmus als Ursache auszuschließen, nur weil ich beim Fernsehen auch Doppelbilder habe? Wie unterscheiden sich denn Doppelbilder, für die ein A.spasmus die Ursache ist? Laut einer Orthoptistin, die über dieses Thema eine Abhandlung geschrieben hat, spricht allein die Tatsache, dass die Beschwerden mit der schwächeren, alten Brille besser werden, für einen A.spasmus.
Einen Akkommodationsspasmus hat man nicht in der Ferne also 5 m sprich unendlich und mehr sondern im Nahbereich , wenn man also auf eien Gegenstand, ein Bild akkommodiert. Das macht man nicht daran fest, weil die alte Brille angenehmer zu tragen war. Das hier entspricht mehr einem dekompensierten latenten oder manifesten Strabismus. Dafür sprechen ja auch die Doppelbilder in der Ferne. Und weil eine Orthoptistin mal eine Abhandlung geschrieben hat, heißt das nicht im Umkehrschluß das sie alles weiß. Hier versagt sie gerade kläglich.
Eine objektive Refraktomie in Zyckloplegie mißt man mit einem Skiaskop aus. Da sieht man schön ob noch nachgezogen, heißt akkommodiert, wird. Mit weitgetropften Augen kann man nur grob eine subjektive Refraktion machen. Richtigerweise sollte man bei Ihnen nach einer Woche Atropin 14 Tage bis 3 Wochen damit warten.
LG A.M.
P.s. Ein Akkommodationsspasmus allein macht in der Ferne keine Doppelbilder, weil da nun einmal nicht akkommodiert wird und woher sollen die Doppelbilder kommen wenn die Augen orthophor stehen? Hat ihre "Orthoptistin" mal darüber nachgedacht?
Köstlich! - Aber Recht hat A.M.
Atlastherapie nach Arlen 500€?
????
Ich bin ja ein Freund von Atlastherapie, fahre allerdings jetzt mit Sohni nach Köln und mache nicht mehr Arlen sondern Gutmann.
Ich habe für Arlen incl. Befunderhebung 100€ bezahlt. Gutmann in Köln kostet beim Ersttermin ca. 150€ dann kommen noch 2-3 Folgetermine a 50 dazu. Das ist ebenfalls weit entfernt von 500€.
Ich glaube kaum, dass ein 10-jähriges Kind nur 1/5 kostet...
Lass Dich nicht über den Tisch ziehen! 500€ ist unverschämt! Falls Du Altlastherapie machst, mach sie woanders, dann bleibt noch viel Geld für ne anständige Brille übrig!
Köstlich! - Aber Recht hat A.M.
@ Paul-Gerhard Mosch
Selbstverfreilich habe ich recht. Nur Mirii hilft das hier leider nicht weiter.
@ Mirii
So aus der Ferne mit Doppelbildern in der Ferne tippe ich auf eine dekompensierte Esophorie oder Esotropie. Und das geht man zuerst mit Prismen an. Aber davon wurde Ihnen von ihren "Super-"Orthoptistinnen abgeraten. Es wäre das Mittel der therapeutische Wahl. Nur die bösen, bösen Prismen machen ja das Auge faul, ist dann die Erwiderungen dieser Koryphäen. Was natürlich nicht stimmt. Ein wenig Ahnung des physiologischen Sehens und der visuellen Sinneswahrnehmung und -Verarbeitung würde da selbstverständlich weiterhelfen. Die beiden Damen die bis jetzt ihr Statement bei Ihnen dazu abgaben finde ich persönlich als etwas naive, schlichte, einfache Menschen deren Wissen doch recht überschaubar bleibt.
Ob ich nun von Winkelfehlsichtigkeit als optometrischer Begriff oder dekompensierte Phorie oder -tropie spreche, so was kann selbstverständlich auch zu Nacken-Halsproblemen führen.
Warten wir einfach den 28.06.2010 ab und dann sehen wir weiter.
LG
A.M.
Herzlichen Dank! Ich hatte mich mangels näherer Untersuchungen und fehlender Diagnosen fast schon am Thema "Akkommodationsspasmus" festgebissen. Jetzt glaube ich auch nicht mehr daran...
Wie gesagt, ich tippe auf dekompensierte Esophorie, wenn physiologisch und organisch alles in Ordnung ist. Das ist natürlich keine richtige Diagnose, sondern eine Vermutung, denn ich habe Ihre Augen ja nicht vor mir. 
Wenn man Visustafeln zum Sebstprüfen der Sehschärfe nimmt kommt immer der Effekt des Wiedererkennens, der Formerkennung mit rein. Das kann natürlich die Sehschärfe besser erscheinen lassen als sie wirklich ist. Eine überkorrigierte Myopie kann selbstverständlich Sehprobleme vor allem in der Nähe auslösen, aber Doppelbilder entstehen dadurch nicht.
Ob ein Akkommodationsspasmus vorliegt kann man ganz einfach mit der Donders-Methode rausfinden Wichtig ist dabei der Pupillarabstand und die Messung von Konvergenz und Akkommodation. Als Beispiel: Befindet sich das Objekt in 1 Meter so muss man mit bester getragener Korrektion 1 Dioptrie akkommodieren und 1 Meterwinkel Konvergenz aufbringen um das Objekt scharf zu sehen. In 50 Zentimeter sind es dann 2 Dioptrien und 2 Meterwinkel bei 33 Zentimetern 3 Dioptrien und drei Meterwinkel. Das Verhältniss von Akkommodation und Konvergenz wird in ein Schema eingetragen und man sieht sofort woran man ist. Das Zusammenwirken von Akkommodation und Konvergenz ergibt die Konvergenz- oder Donderslinie.Man muss natürlich die relative Akkommodationsbreite und relative Konvergenzbreite beachten. Den Meterwinkel muss man dann Prismendiotrien oder Gradeinheiten umrechnen. usw. usf.
LG
A.M.
Hallo Miri,
hast Du früher schonmal von den einschlafenden Armen und Händen geschrieben? Habe ich vielleicht übersehen.
Schielen oder Winkelfehlsichtigkeiten oder irgendwelche Phorien können auch von Problemen mit der Halswirbelsäule herrühren, ebenso das Einschlafen der oberen Extremitäten. Vielleicht hilft Dir ein guter Chiropraktiker oder Orthopäde.
Das ist nach meiner Erfahrung das erste, das vor jeder anderen Maßnahme jetzt geprüft werden muss.
Gruß
Eberhard
Hallo Miri,
bei meiner Frau hat erst ein Chiropraktiker durch Einrenken der Wirbel eine starke Erleichterung von einschlafenden Armen und Händen erreicht. Auch starke Rückenschmerzen wurden deutlich weniger nach jeder Sitzung. Orthopäden haben nichts bewirkt, auch Schmerztherapien sogar Stationäre waren erfolglos.
Deswegen schrieb ich :guter Chiropraktiker und Orthopäde, dabei meinte ich natürlich auch guter Orthopäde. Beruflich arbeite ich mit einem Orthopäden zusammen, der die Zusammenhänge von Augenfehlstellungen und Wirbelfehlstellungen erkannt hat und sogar mit Kieferorthopäden zusammenarbeitet, also sind wir ein Dreiergestirn: Orthopäde-Kieferorthopäde-Augenopitker.
Gruß
Eberhard
Liebe Miri,
Wenn subjektives Empfinden der Doppelbilder und Ergebnis der Diagnostik nicht stimmen, muss man den Fehler immer beim Befunderhebenden suchen, nicht bei sich selbst.
Die beste Orthoptistin der gesamten Republik hat leider auch "geschlamt", wenn ich das mal frei aus dem Herzen betiteln darf.
Dass das kein Akommodationsspasmus ist, ist doch sogar mir aus der Ferne klar. Die Esophorie ist dekompensiert und wenn mal so nach dem Covertest ein Prisma an die Brille klebt oder steckt ist das eben auch verwerflich. Ein Prisma ist nur dann verträglich wenn es das richtige ist. Das war es hier aber nicht.
Eine Augenmuskellähmung kann es auch nicht sein. Wenn es eine wäre, dann hätten der Diplopie-Test mit Rotglas, das Hessgitter und der Synoptometerbefund ohne große Mühe das auch bewiesen. Oder wurde das gar nicht erst gemacht? Klingt mir fast danach.
Eine MS macht keine Parasthäsien in den Armen nach dem Schlafen. Wenn MS, dann in allen Gliedmaßen während eines Schubes und nicht nur nachts. Und der liebe Oberarzt und die beste Orthoptistin sind nämlich mit ihrem Latein am Ende. Denn wer schickt seine Patienten weg zu jemand anderem und hilft ihnen nicht? Klingelts? Die Doppelbilder verschwinden nur oder werden weniger, wenn die Ursache neurologisch ist. Das muss man natürlich immer erst abklären.
Unterschiedliche Sehschärfenleistungen können vorkommen wenn die Vorassetzungen zur Sehschärfenmessung nicht nach DIN genormt sind und sind auch vom Tageszeitlichem (Stress, Müdigkeit, etc...) abhängig.
Frei nach hm, hm, hm...außer Spesen nichts gewesen. Ich kenne einen Kollegen, der zum Einholen einer 2.Meinung die Eltern kleiner Patienten an die Charitè verweist. Er ist sich so sicher das die alle wiederkommen. Ich persönlich frage mich nicht "Warum?" nach diesem Bericht.
Den Termin am 3.8. würde ich wahrnehmen.
M.f.G. A.M.
(die aber auch nicht DB-frei machen) und alles "beobachten", da sich das Schielen ja vielleicht wieder spontan zurückbilden könne. (Wunder?) O.K. Sie ist die Fachfrau, dachte ich. Da war ich zunächst noch guter Dinge, dass ich in guten Händen sei... Aber dann wollte sie aber nicht einmal einen Nachsorgetermin vereinbaren, weil ich die Prismen ja auch woanders kontrollieren lassen könne! Was soll das denn? Wieder woanders hin und bei Null anfangen?
Dazu bedarf es keines weiteren Kommentares. Das spricht für sich selbst.
A.M.











Wow, ja, habe den Bericht gelesen - klingt wie meine eigenen Beschwerden und das Mittel wie ein Wundermittel
Danke für den Tipp. Jetzt habe ich aber schon eine Therapie mit meiner Orthjoptistin vereinbart: 4 Tage lang Atropin tropfen zum Auflösen des Spasmus und währenddessen die "echten" Kurzsichtigeitswerte (also ohne Akkommodationskrampf und der daraus resultierenden "Pseudomyopie") messen. Anschließend langsam an die neue, schwächere Brille gewöhnen. Ich bin sehr gespannt. Und ansonsten gibt es ja noch das von dir genannte Mittel...