Forum

13 Beiträge / 0 neu
Letzter Beitrag
Bild des Benutzers lotte
Beigetreten: 3. August 2014 - 19:21
Leseabstand anhand Brillenpass

Hallo,

den eingestellten Leseabstand kann man ja am Brillenpass ablesen.

Ich habe eine Gleitsichtbrille. Sph = 1.25, Add=2.00

Der Leseabstand ist der Kehrwert der Addition.

 

Als Lesebrille wurde mir auf Grundlage der oberen Brille angefertigt:
Sph = 3.25 und der Rest ist alles 0.

Wie berechne ich hier den Leseabstand? Nehme ich hier plötzlich den Kehrwert von Sph, oder kann man das gar nicht ausrechnen, weil man Add braucht? Aber wie gesagt, der Add ist ja trotzdem vorhanden, nur liegt er bei 0.

Aber wieso würde ich (falls es stimmen sollte), bei der Lesebrille den Kehrwert von Sph nehmen und bei der Gleitsichtbrille nur den von Add? Da könnte ich doch auch Sph+Add rechnen.

 

Als zweite Frage möchte ich hier gleich mal fragen, ob man anhand des Brillenpasses auch die verwendete Akkommodationsbreite ausrechnen kann. Ich habe es mal bei der Gleitsichtbrille versucht und kam immer auf 0. Diese sollte eigentlich einen Arbeitsabstand von 0,50m haben. Ist das normal das man eine Akkomodatioinsbreite von 0 nimmt (Alter > 60)? Denn ich hatte mal gelesen das man eher 2/3 nehmen sollte.

Danke

Bild des Benutzers Marion13
Beigetreten: 21. Januar 2011 - 10:25

Was es mit diesen Leseabstand-Rechenspielen auf sich hat, weiß ich nicht, ich bin ja auch nur Laie. Aber es ist klar, dass du nur die Addition einbeziehen darfst und nicht auch noch die Fernkorrektion. Stell dir vor, du hättest normalerweise +8 und benötigst zum Lesen eine Addition von 2, dann hättest du ja bei deiner Sichtweise in der Lesebrille (+10) oder im Nahteil der Gleitsichtbrille (ebenfalls +10) plötzlich einen Leseabstand von nur 10 cm???

Die Fernkorrektion setzt dich ja zunächst mal einem Normalsichtigen gleich - du musst also bei allen Herumrechnereien mit der Addition von diesem Punkt ausgehen.

Was es mit dem Leseabstand auf sich hat, wüsste ich allerdings auch gern - heißt das, dass ein Jungpresbyoper mit einer Addition von 1,0 einen Leseabstand von einem Meter hat und ein Achtzigjähriger mit einer Addition von 3,5 einen von noch nicht mal 30 Zentimetern?

Bild des Benutzers Eberhard Luckas
Beigetreten: 29. September 2002 - 0:00

Moin Marion, 

 

erstmal hast Du recht. Die Addition gibt den Leseabstand an. Aber nur, wenn keine Akkomodation möglich ist. Allerdings gibt die Addition (bei Lesebrillen) generell die weiteste Leseentfernung an, die möglich ist. Denn mit Addition kommt man dann noch näher heran.

Viele Grüße

Eberhard

Bild des Benutzers lotte
Beigetreten: 3. August 2014 - 19:21

Hi,

ich verstehe die beiden Sätze nicht ganz:

Allerdings gibt die Addition (bei Lesebrillen) generell die weiteste Leseentfernung an, die möglich ist. Denn mit Addition kommt man dann noch näher heran.

Also wenn ich bei meiner Lesebrille Add=0 habe, ist die maximale Leseentfernung unendlich?

Wie ist das bei der Gleitsichtbrille? Ist die Addition dort die naheste oder weiteste Leseentfernung, falls keine Akkommodation möglich ist?

 

Angenommen ich habe in meiner Gleitsichtbrille Add = 2.0, dann hätte ich ja einen Leseabstand von 50cm (min/max ?).  Falls ich keine Akkommodationsbreite habe, könnte ich die mit einer Gleitsichtbrille aber auch bei 70cm lesen, oder?

Wenn die Add = 2.0 ist und meine Akkommodationsbreite 2dpt beträgt, könnte ich dann trozdem näher lesen, also bis 25cm? Und in die andere Richtung auch? Aber dann wäre ich ja eigentlich wieder bei Add = 0 und somit ins Unendliche.

Stimmt meine Überlegung?

Bild des Benutzers Burkhard Schlinkmann
Beigetreten: 7. November 2000 - 0:00

Hallo zusammen

Um die Staerke eines Nahteils zu ermitteln, kann man wie folgt hergehen:

z.B. Klient 65 Jahre hat einen ermittelten Nahpunkt von 100 cm. In diesem Abstand sieht er noch gerade deutlich.-> Akk.erfolg von 1,0 dpt(1/1,00m). Er moechte in 33 cm Entfernung lesen.(1/0,33m) lesen->3,0 dpt. Er benoetigt also einen Nahzusatz von 2,0 dpt um den Nahpunkt auf 33cm zu legen.

Damit es auch etwas entspannter zugeht, und der Nahpunkt etwa mittig im Akk.-Gebiet liegt,  wird die Add. wie folgt ermittelt.

1/2 Akk-Erfolg+Nahzusatz->Add. (im obigen Fall also 2,5 dpt)

Das ist kein Gesetzt, aber in den meisten Faellen passt das so. Ein Abgleich zum Schluss ist sinnvoll.

 

Gruss Burkhard

Bild des Benutzers lotte
Beigetreten: 3. August 2014 - 19:21

Hallo,

dass mit der Formel war mir relativ bekannt. Ich wollte u.a. gern wissen, ob man den Akk-Erfolg auch anhand des Brillenpasses ablesen kann.

Der Brillenpass gibt an Sph = 1.25, Add=2.00 und ich möchte in 0,50m lesen. Wenn ich die Formel anwende, käme ich immer auf Akk = 0. Deshalb frage ich mich, ob das bei Optikern normal ist, dass diese eine Akk = 0 nehmen. Gibt es dafür einen Grund?
Oder rechne ich falsch?

Bild des Benutzers Eberhard Luckas
Beigetreten: 29. September 2002 - 0:00

Moin Lotte,

 

wenn 'Du in 50 cm lesen willst und nicht in kürzerer Distanz mal zwischendurch, dann wäre nur bei Pseudophakie (staroperierten) 2,0 Add nötig.

Wenn Du aber normal in 35cm und genau so oft in 50 cm lesen willst, brauchst auch Du 2,0 Add (wenn Du ca. 50-55 Jahre alt bist).

Dann musst Du bei 35 cm ca. 0,75 dpt akkomodieren und bei 50 cm 0 dpt akkomodieren.

Viele Grüße

Eberhard

Bild des Benutzers Burkhard Schlinkmann
Beigetreten: 7. November 2000 - 0:00

Hallo zusammen

ich frage meine Klienten bzgl ihrer Hauptleseentfernung und baue darauf hin die Nahglasbestimmung auf.

Auf dem Brillenpass ist nicht ersichtlich, welche Akkommodationsbreite oder auf welche Nahentfernung die Brille vermessen wurde. Die Rueckschluesse, die man daraus ziehen kann, sind nur grob, wenn man das Alter der Person kennt.

Sollte bei dir eine Restakkommodation vorhanden sein und alles sonstige am Augenpaar ist OK, liesse sich sicherlich fuer 50cm Leseentfernung eine bessere Brille machen. Ich gehe auch mal davon aus, dass die Refraktion fuer die Ferne stimmt.

Es gibt auch Kollegen bzw Augenaerzte, die gehen prinzipiell von einer Leseentfernung von 40 cm aus, wenn der Klient nichts anderes sagt. Das ist mir dann zu Vielmann.

 

MfG

Burkhard

Bild des Benutzers lotte
Beigetreten: 3. August 2014 - 19:21

Danke für die Antworten. Da bin ich schon weitergekommen.

Was ich trotzdem noch nicht ganz verstanden habe, ist die min/max Angabe.
Angenommen ich habe gar keine Akkommodationsbreite. Dann ist die Add ja eigentlich die minimale Leseentfernung, weil meine Augen es nicht mehr schaffen zu akkommilieren? Bei einer Gleitsichtbrille ist ja unten der Lesebereich. Dann kommt irgendwann die Progressionszone. Ist in dem gesamten Lesebereich die gleiche (Sph+Add) enthalten? Und erst in dem Progressionskanal wird die Add reduziert, also Sph+Add-x, wobei 0 < x < Add und x = Add im Fernteil der Brille?

Ich bin 63+.

Bei mir war in der Brille vorher eine Addition von 2.25 drin mit der ich in 50cm Abstand gelesen habe.
Bei meiner neuen Brille hat er 2.5 reingemacht und gesagt, ich soll nun in 40cm lesen, weil 50cm nicht der Norm entspricht. Das möchte ich aber nicht. Die Sph = 1.75 und 1.50.
(Mein zuerst genanntes Beispiel mit Add=2.0 ist noch eine andere Brille.)

Mal davon abgesehen, dass er mich zwingen will in 40cm zu lesen. Wie viel Sinn macht es, zuerst in eine Brille eine Add=2.25 einzubauen, mit der ich in >=50cm gelesen habe und dann ein paar Jahre später eine Add=2.5 mit der ich in 40cm lesen soll? Man kann ja davon ausgehen, dass sich meine Akkommodationsbreite verschlechter hat und ich meine Dokumente mit der Zeit unbewusst auch weiter als 50cm entfernt gehalten habe. Da wäre die Forderung nun in 40cm zu lesen, doch eigentlich absurd. Da wäre es doch wenn überhaupt, eher besser auf Add=2.00 zu reduzieren, anstatt auf 2.50 zu erhöhen, oder?

 

Viele Grüße
Lotte

Bild des Benutzers Eberhard Luckas
Beigetreten: 29. September 2002 - 0:00

Moin,

 

auch ein Neunzigjähriger hat noch etwas Akkomodation, wenn er noch nicht staroperiert ist. Alleine durch geringfügige Änderung der Augenlinse und/oder Tiefenschärfe durch im Alter enge Pupille entsteht ein Akkomodationserfolg von ca. +0,5 dpt.

Wenn der Visus noch bei 1,0 oder höher ist, kann man davon ausgehen, dass Add. 2,0 auch dann noch ausreicht. Bei nachlassender Sehfähigkeit ist es notwendig, näher an das Lesegut heranzugehen und man braucht dann auch eine höhere Addition.

Bei Dir schätze ich, dass 2,0 ausreichend wäre, wenn Du wirklich bei 50cm Entfernung lesen willst. Ist die entsprechende Schriftgröße gut und anstrengungsfrei zu sehen, spricht nichts dagegen.

Man spricht heute nicht mehr von normaler Leseentfernung, sondern von der individuell verlangten und gewohnten Leseentfernung.

Viele Grüße

Eberhard

Bild des Benutzers Burkhard Schlinkmann
Beigetreten: 7. November 2000 - 0:00

Hallo Lotte

hat dir der AO bzw AA gesagt welchen Visus bzw welche Sehschaerfe bei dir vorhanden ist?

Gruss Burkhard 

Bild des Benutzers lotte
Beigetreten: 3. August 2014 - 19:21

Sowohl der Optiker der Sph = 1.5, als aus der Optiker der 1.25 gemessen hat, geben Visus 1.0 an. Der Augenarzt auch, der 1.5 gemessen hat.

Ich war letzte Woche beim Augenarzt, wo ich mit meiner Brille die eine Sph = 1.25 hat, einen Sehtest machen musste und kam auf einen Visus von 1.0. Der Augenarzt hatte mir 2012 aber eine Sph = 1.50 verordnet und dort auch einen Visus von 1.0 angegeben. Die Zylinder reichen von 0.25 bis 0.75 und jeder argumentiert, dass sein Zylinder innerhalb der Toleranz liegt. Derjenige der 0.5 genommen hat sagt, dies liegt in der Toleranz zu 0.75. Und der welcher 0.25 genommen hat sagt, dass dies in der Toleranz zu den 0.5 liegt. So kann man auch einen Zylinder von 2.0 auf 0.25 runterrechnen.

Aber es ist sinnlos mit diesen Leuten zu diskutieren. Die lachen einen dann nur süffisant an und meinen, sie müssen sich auf meine Angaben bei der subjektiven Refraktion verlassen. Wenn ich da falsche Angaben mache, können sie ja nichts dafür. Ich glaube ich mache auch einen Optikerladen auf. Allen denen die Brille dann nicht passt, haben halt bei der subjektiven Refraktion nicht richtig mitgemacht. Schuld ist dann immer der Kunde.

Das gleiche bei Bestimmung der Addition. Sie sagen das sie mir was zum Lesen gegeben haben und ich das lesen konnte. Na toll, sie haben aber nicht gesagt, dass ich das so halten oder davor setzen soll, wie ich später lesen will. Wenn die mich vor einen Bildschirm setzen, eine Brille aufsetzen und sagen das ich das jetzt vorlesen soll, dann mache ich das und setze mich mit den Stuhl nicht erst 20cm nach hinten oder vorne. Es kann nicht sein, dass ich mich als Patient/Kunde erst selbst über die Refraktion erkundigen muss, damit ich weiß, warum und wie ich bestimmte Dinge zu tun habe, damit die Brille danach auch passt. Jetzt weiß ich mehr - trotzdem sehr armselig was in dieser Branche von manchen Personen so getrieben wird. Meinen Augenarzt werde ich nach dem letzten Gespräch auch wechseln. Auf einfache Fragen kamen nur schwammige Aussagen und im Prinzip war allein ich Schuld, wenn die Brille nicht passt. Achja und auch die medizinischen Fachbücher aus denen ich zitiert haben, wären falsch.

Meine Akkommodationsbreite hat noch niemand bestimmt. Der Augenarzt schickte mich zum Optiker und der Optiker zum Augenarzt.

Das ganze geht langsam an meiner Frage etwas vorbei. So grob weiß ich aber jetzt bescheid.

Viele Grüße
Lotte

Bild des Benutzers Burkhard Schlinkmann
Beigetreten: 7. November 2000 - 0:00

Hallo Lotte

ich kann deinen Unmut verstehen.Cylkorrektionen zur Gleitsichtbrille sind schon sehr wichtig und sollten so genau wie moeglich sein. Dennoch kann eine Schwankung auftreten. Die kann weder AO noch AA fest machen.

Jetzt hast du Eckdaten zur Bestimmung des Leseteils, die du nutzen kannst.  Sie zu, dass ein Meister dir deine Augen misst und gib deinen Leseabstand an, frag nach deiner Akk.breite und deinem Visus.

Kompetenz kann Fragen beantworten.

 

Gruss Burkhard