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Bild des Benutzers Aniseikonikos
Beigetreten: 25. Februar 2016 - 0:09
Iseikonie? Kennen wir nicht...

Hallo,

seit einigen Jahren schlage ich mich mit den Schwierigkeiten herum, die die (aniseikonische) Brillenkorrektion einer mittelgradigen Anisometropie (L -6,00 dpt sph -1,00 dpt cyl 20° // R -3,00 dpt sph -1,75 dpt cyl 160°) so mit sich bringt - Aniseikonie, Anisophorie, dementsprechend dekompensierte Fusion bishin zu Diplopie bzw. einer Art Horror fusionis, verzweifeltem Augenarzt und alles drum und dran. Versuche, die Problematik mit Kontaktlinsen zu versorgen, scheiterten entweder an meinem Tränenfilm, der zu gefühlten 95% aus Lipiden zu bestehen scheint, oder an unangenehmen Reaktionen auf Reinigungsmittel, mit denen versucht wurde, den entsprechenden Fettablagerungen beizukommen. Nachdem ich aktuell mal wieder mit einer dicken Konjunktivitis durch die Gegend laufen darf, habe ich mich daran erinnert, dass ich bei einer bekannten Optikerkette noch eine Garantieleistung frei hatte... nichts wie hin. Dort meine Problematik erläutert, Refraktion, schickes Gestell auf Kosten des Hauses ausgewählt, Gläser besprechen. Iseikonie bitte, sonst leider Wahnsinn. Zwar war die erste Angestellte des Hauses der Meinung, dass es technisch nicht möglich sei, die Eigenverkleinerung der Gläser aneinander anzugleichen, schonmal gar nicht mittels Mittendickenangleich und abgeänderter Krümmung, der Filialleiter hatte eigenem Bekunden zwar noch nie etwas davon gehört, war aber bereit, einmal beim Glashersteller (Zeiss) anzufragen, ich möge ihm das Wort nur kurz buchstabieren, damit er es auch richtig schreibt. Das ist jetzt kein Witz meinerseits, sondern mein wahres, dennoch nicht minder fragwürdiges Erlebnis. Ich weiß, ich hätte aufstehen, den Laden verlassen und einen gescheiten Optiker aufsuchen sollen, aber da die Brille für mich nunmal sowas wie der bekannte geschenkte Gaul war... naja. Nachdem eine Woche ins Land gezogen war, meldete sich auch die bekannte Optikerkette bei mir, ich möge doch bitte meine Brille abholen.

So weit, so gut. Sobald ich die Brille absetze und ein Stück weit vor mein Gesicht halte, sehe ich durch die beiden Gläser zwar sehr unterschiedlich große Bilder, was mir aber auch bei iseikonischen Gläsern logisch erscheint. Bewege ich die Brille langsam auf mein Gesicht zu, wird das linke Bild schneller größer als das rechte, was mir aber auch bei nicht iseikonischen Gläsern logisch erscheint. Den Angestellten der Optikerkette traue ich aufgrund des oben geschilderten Erlebnisses aber keinen Meter weit über den Weg, ich zweifle ernsthaft daran, dass ich hier tatsächlich ein iseikonisches Gläserpaar vor den Augen trage, da ich auch keine wirkliche Verbesserung meiner Beschwerden feststellen kann. Allerdings trage ich die Brille auch erst seit gestern, sodass ich annehme, dass mein über Jahre hinweg aniseikoniegeschädigtes Hirn sich auch erstmal mühsam darauf einstellen muss, dass es jetzt durch eine Brille guckt und trotzdem zumindest annähernd gleich große Bilder sieht... wenn es das denn wirklich tut.

Daher hier meine Frage, die ich unbedingt mal hier in den Raum stellen möchte: Wie kann ich eindeutig erkennen, ob es sich bei einem Gläserpaar um ein auf Iseikonie gearbeitetes handelt? Ich hatte mit solchen leider vorher noch nie zu tun, wahrscheinlich ist es ganz einfach und ich bin gerade nur ein bisschen doof... helft mir auf die Sprünge Biggrin

Ich meine, ich bin ja gerne bereit, meinem Kopf die Zeit zu geben, mich an einen neuen Seheindruck zu gewöhnen, das Gefühl, nicht sicher sein zu können, ob das, was man mir da angepasst hat auch wirklich das ist, was ich wollte, ist aber echt lästig...

Liebe Grüße

Aniseikonikos

(Sollte das Thema eher ins Forum "Binokularsehen" gehören, nur rüber damit, dort lese ich auch immer gerne von euch Wink )

Bild des Benutzers Eberhard Luckas
Beigetreten: 29. September 2002 - 0:00

Moin,

man kann das an der Dicke und der Krümmung der Gläser feststellen. Ich glaube auch nicht, dass die Gläser korrekt sind. Die Aniseikonie hätte vorher gemessen werden müssen. Woher will der "Optiker" denn wissen, wieviel % erforderlich sind? Schon seltsam, wenn ein angeblicher Meister diesen Begriff nicht kennt.

Viele Grüße

Eberhard

Bild des Benutzers Aniseikonikos
Beigetreten: 25. Februar 2016 - 0:09

Moin moin Eberhard,

danke für die schnelle Antwort. Nun, ich kann noch mit mehr Abenteuerlichkeiten dienen: Bei der gewünschten Eigenvergrößerung wollte man sich auf Aniseikonie [%] ≈ x [cm] • ∆S [dpt] verlassen, wobei x = Abstand zwischen Glas und Vergrößerungsnullpunkt, also HSA + angenommene Hornhautdicke 1mm, und ∆S = Scheitelbrechwertdifferenz sein soll. Also mal so grob überschlagen. Meiner Meinung nach ein spannender Weg, um die (in der Kettenfiliale technisch wahrscheinlich gar nicht mögliche) Messung der Bildgrößen zu umgehen. Dann hieß es noch, dass das der Glashersteller eh besser könne... klar, sich rechnerisch annähern kann der auch, meine konkrete Aniseikonie kennt der aber auch nicht genau. Ich habe mich auf diese Wirrungen trotzdem mal eingelassen, weil mich einfach interessiert hat, ob man es überhaupt wirklich versuchen will, oder dem vermeintlich ahnungslosen Kunden einfach irgendwas andrehen will, so von wegen "merkt der eh nicht"... ich tendiere zunehmend zu letzterem.

Im Anhang mal spaßeshalber ein Bild vom Blick durch die Brille, eins das einen Eindruck der Glasdicken vermittelt, kommt gleich in einem weiteren Post, da o-o mich leider nur eins anhängen lässt.

Ich glaube, ich darf mich in meiner Meinung vom deutschen Marktführer mal wieder bestätigt fühlen... woher da die Meistertitel kommen, weiß ich desöfteren auch nicht so genau.

Bild des Benutzers Aniseikonikos
Beigetreten: 25. Februar 2016 - 0:09

Und hier noch einmal die Ansicht von unten... habe mir ja gerade vor den Kopf gehauen, fühle mich ja schon ein bisschen verschaukelt, wenn ich mir das Ding mal so angucke. Aber wie gesagt, geschenkter Gaul und so... -.-

Ach, wo wir gerade dabei sind, der Glascode wie vom "Meister" angegeben: Zeiss/ HC EI FBL SET GM 75/00

Bild des Benutzers Burkhard Schlinkmann
Beigetreten: 7. November 2000 - 0:00

Hallo zusammen
Ich hab hier Aniseikonietests, wo ich prozentual die Eigenvergrößerung bzw Verkleinerung messen kann. In deinem Fall muß das stärkere Glas (L:-6,0-1,0)eine höhere Eigenvergrößerung bekommen durch Mittendicke- und Durchbiegungsveränderung. Die Aniseikonie kann in der Höhe und in der Seite wiederum anders sein.
Das Glas sieht nicht schön aus, aber es wirkt.
Allerdings kann man durch Änderung der Ernährung einiges am Tränenfilm machen.
Mach vllt mal einen Termin bei einem Ernährungsberater.

LG Burkhard